Es war alles ein bisschen anders, Corona-Zeiten eben. Keine offizielle Vernissage, kein Glühwein, nicht das sonst übliche nette Beieinander. Dennoch hat die Familie Tittmann in ihrer Galerie, umgeben von intakter Natur, mit der 40. Weihnachtsausstellung ein Refugium geschaffen, das trübe Gedanken wegbläst und ein bisschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft aufkeimen lässt.

Man kann sich nicht satt sehen an all den Unikaten in künstlerischer Abstrahierung, an einem nahezu unerschöpflichen Fundus an Skulpturen, Stelen, Figuren und Bildern.

Der Gang durch die vier Ausstellungsräume eröffnet immer wieder neue Blickwinkel, zeugt von einer nicht nachlassenden Schaffenskraft der vier Protagonisten. Unter ihnen ist der Hausherr Claus Tittmann, der sich von Negativem nicht so leicht beeindrucken lässt. "Die Pandemie hat mich in meiner Arbeit nicht beeinträchtigt, eher mich dazu bewegt, noch andere Themen in meine künstlerischen Ideen einzubeziehen."

Wuchtige Figuren

Obwohl die Einschränkungen schon weh tun: "Es gab keine Festspielbesucher heuer bei uns, sonst gute Kunden." Bevorzugte Materialien des Keramikers Tittmann sind Bronze, Stahl und Eisen, daraus formt er wuchtige ineinandergreifende Tier-Mensch-Figuren und Engelsflügel. Mal monumental, mal fast zerbrechlich wirkend und ganz fein strukturiert.

Tochter Julia, gelernte Keramikerin, hat neue Gefäße geschaffen, auch in Raku-Technik, aus Porzellan und Steinzeug. Stets ganz individuell und in einer sehr persönlich gehaltenen Note. Dazu gehören Stiere, Zebras, die Bremer Stadtmusikanten, Ziegen und Kamele. "Ich mache manches mit einem gewissen Augenzwinkern, will das Wesen der Tiere erfassen und deren Seele", sagt sie.

Gastkünstler sind bei den Ausstellungen der Tittmanns das Salz in der Suppe. Günter Veit aus Nürnberg zeigt individuellen Schmuck aus eigener Herstellung, Ethnisches aus Altindien mit alten Perlen aus verschieden Steinen und altem Glas. Filigran ziseliert in Jade, Keramik und Onyx. Von leuchtend Rot bis Smaragdgrün reichen die Farbschattierungen bei den Halsketten, Ohrringen und Armbändern, die zuweilen an das Schuppenmuster von Schlangenhaut erinnern. Er arbeitet mit Gold- und Silberlegierungen sowie Palladium. Es ist erlesene handwerkliche Kunst.

Der Mittelfranke hat dazu alte Textilien aus Indonesien mitgebracht und als besonderen Blickfang aus seiner Sammlung: zwei Tongefäße aus Thailand. Es sind Originalvasen aus der Zeit um Christi Geburt, damit wertvolle und außergewöhnliche Raritäten. Allein schon wegen dieser beiden Exponate lohnt ein Abstecher nach Berndorf.

Zart und träumerisch

Wie schon zur Sommerausstellung überrascht Birgit Jung aus Wasserburg mit neuen, fantastisch gestalteten, großflächigen Bildern. "Kupferblau", "Die Geburt der Sterne" oder "Erdarbeiten" sind faszinierende Beispiele eines ungewöhnlichen Malstils in oft zarten, träumerischen Sequenzen. Sie bringt Acryl und Eitempera mit Pigmenten und Steinmehlen trefflich auf die Leinwand. Man steht lange vor ihren Gemälden, versucht die Gedanken der Künstlerin zu ergründen.

Wer in der Adventszeit neue Keramiken, Bronzen, Bilder, textile Objekte und Schmuck sehen will, ist in der Galerie Tittmann am richtigen Ort.