Sie gehört zu den renommiertesten Kunstmessen in Italien: Die "Arte Genova" mit fast 9000 Exponaten auf knapp 4000 Quadratmetern von 150 Ausstellern. Die Werke präsentierten 1080 Künstler aus ganz Italien und weltweit. Und wer noch ein bisschen genauer hinschaute, entdeckte auch zwei Kunstschaffende aus dem Kulmbacher Land: Die Mainleuserin Helga Hopfe und den Neudrossenfelder Lutz-Benno Kracke, den früheren Vorsitzenden der Künstlervereinigung "focus-europa". Möglich machte das "Kunst & Arte" aus dem idyllischen Arenzano, 25 Kilometer westlich von Genua. Die italienische Kulturvereinigung ist Mitglied bei "focus-europa" und pflegt enge Verbindungen nach Franken. Daher die Einladung nach Ligurien.

Den kleinen, aber gut ausgestatteten Stand der Gemeinschaftsproduktion betreute Alessio Zanasi, der Mann von Hilke Kracke, die vor zwei Jahren verstorben ist und deren Bilder ihr künstlerisches Wirken in Erinnerung rief. Lutz-Benno Kracke: "Meine Schwester hat die Kontakte aufgebaut, wir von ,focus-europa' wollen diese weiter am Leben erhalten und treffen uns daher im Herbst in Acqui Terme im Piemont." Es wird mit der dortigen internationalen Ausstellung unter fränkischer Beteiligung ein weiterer Schritt in der nunmehr zehnjährigen Partnerschaft zwischen "Kunst und Arte" und "focus-europa" getan.

Helga Hopfe hat eines ihrer besten Bilder nach Genua geschickt, das 40 mal 120 Zentimeter große "Panta Rei", was "Alles fließt" heißt. Es besticht durch immense Farbenpracht im glühenden Vulkan-Rot, wo das weiße Magma in Mäandern als Gegensatz die Kraft des Zerstörens noch hervorhebt.

Lutz-Benno Krackes Exponate leben ebenso von der Farbe, er setzt sie eher minimalistisch ein, sie erzielt den Effekt oft in klar gezeichneten Quadraten, Rechtecken oder in linearer Strenge. Schlichtes Grau und Schwarz beherrschen die Szene, ein tiefes Blau lockert auf, gibt den Bildern Tiefe. Aber er nutzt auch Variationen in Gelb und in Blau, die fallend im Grün münden.