Der Gemeindewald sowie die Ehrungen von Marktgemeinderäten für Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung waren die Schwerpunkte in der Marktgemeinderatssitzung.

„Der Käfer hat uns im letzten Jahr voll erwischt“, ging der Revierleiter Martin Körlin auf die Situation im vergangenen Jahr ein. Die Holzverarbeitung sei teurer als der Holzerlös gewesen, deshalb hätten einige Waldbesitzer die Käferbekämpfung ganz eingestellt. Dann wurde ein Förderprogramm mit 30 Euro pro Festmeter für die Waldbauern im Frankenwald aufgelegt. Die „Maschinerie“ startete, das Käferholz wurde gefällt, entsprechende Unternehmen waren vorhanden. Leider habe aber die Logistik nicht funktioniert und die Sägewerke haben kein Holz abgenommen. Der Auftrag der Fördergeber lautete aber insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung. Deshalb wurde oftmals das Holz auf spezielle Weise gelagert.

Mittlerweile sei die Fichte geschwächt und leiste keinen Widerstand gegen den Borkenkäfer. Nicht zuletzt deshalb sei es wichtig, dass die Waldbesitzer ihre Randbereiche bei den vom Käfer befallenen Waldflächen kontrollieren.

Ein gutes Zeichen aber, so Körlin, waren die Niederschläge der letzten Monate. Der Forst und die Waldbesitzer hoffen nun, dass ein Teil der Borkenkäfer von den Bäumen „eingeharzt“ werden. Auch hoffe man für 2022 auf Niederschläge wie im aktuellen Jahr. Nur so bestünde Hoffnung, die Käferproblematik in den Griff zu bekommen.

Holzmarkt spielt „verrückt“

Der Revierleiter ging auf die Holzerlöse für die Marktgemeinde im vergangenen Jahr ein und sprach von einer „schwarzen Null“ bei Einnahmen in Höhe von knapp 1300 Euro. In diesem Jahr allerdings spiele der Holzmarkt „verrückt“. Der Holzpreis sei gestiegen, so dass die Waldbesitzer kostendeckend arbeiten können. Für 2021 habe man 800 Festmeter an Holz aus dem Gemeindewald geplant. Dieses Ziel sei allerdings schon erreicht. Er gehe davon aus, dass die Marktgemeinde Tettau 2021 mit rund 15 000 Euro an Holzeinnahmen rechnen kann.

Er sprach auch das „Klimaarboretum“ im Rahmen der Initiative „Zukunftswald“ an. Der Markt stellte bei Langenau dem Forst eine Waldfläche zur Verfügung, auf der Bäume der Zukunft getestet werden sollen. Im Herbst soll diese Fläche im Rahmen der Feier der Bevölkerung zugänglich gemacht werden.

Am Anfang der Sitzung wurden die ehemaligen Gemeinderäte Helmut Neubauer ( CSU ), Anette Christel (FW) und Heiko Nebatz ( SPD ) sowie Gerhard Löffler (BfT) – er hat noch das Mandat inne – für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung geehrt. Bürgermeister Peter Ebertsch (BfT) bedankte sich für ihren Einsatz zum Wohl der Tettauer. Und die Geehrten betonten: „Wir haben das Amt gerne ausgeführt!“

Bei den Vorschlägen für Landschaftspflegemaßnahmen für das Jahr 2022 einigte sich das Gremium auf das Tettautal zwischen Schauberg und Alexanderhütte. In diesem Zusammenhang sprach Carl-August Heinz (BfT) von Unterschieden auf bayerischer und thüringischer Seite. Beispielsweise sei in Bayern eine Rinderhaltung auf den entsprechenden Flächen verboten. Dabei würde diese Art der Landschaftspflegemaßnahmen des bayerischen Naturschutzes relativ wenig Kosten verursachen.

Nach einer kurzen Diskussion sprach sich das Gremium einstimmig dafür aus, für knapp 35 000 Euro eine neue Deckschicht auf der Siedlungsstraße in Tettau aufbringen zu lassen. Dietmar Schmidt ( SPD /ZMT) bezeichnete es als eine Katastrophe, dass diese Straße, die erst vor acht Jahren gebaut wurde, einen so desaströsten Zustand aufweist.

Bürgermeister Peter Ebertsch erklärte, dass eine Gewährleistungsfrist nicht mehr vorhanden sei. Das damals bauausführende Unternehmen habe als eine Art Wiedergutmachung diesen Sonderpreis für eine neue Teerschicht angeboten. „Ich befinde mich in einer Zwickmühle“, antwortete Schmidt. Auf der einen Seite sei es ein guter Preis, auf der anderen Seite gebe es andere Straßen, die dringend saniert werden müssten.

Impfbus kommt am Samstag

Am Schluss der Sitzung gab der Bürgermeister bekannt, dass am kommenden Samstag der Impfbus nach dem Parkplatz der diska komme. Jeder Bürger könne sich dort impfen lassen. vs