Pressig  —  Der Marktgemeinderat des Marktes Pressig gab am Dienstag grünes Licht für den Ausbau eines Ausweichquartiers und Außengruppe für den Kindergarten St. Franziskus Rothenkirchen. Ab jetzt wird Gas gegeben, was den Umbau des ehemaligen Mode- und Sporthauses Scherbel zum Kindergarten betrifft.

Zu der bisherigen Entwicklung gab Architekt Kersten Schöttner einen ausführlichen Sachstand und informierte in dem einstündigen Vortrag auch über das weitere Vorgehen. Das Gremium beschloss, bei jeweils einer Gegenstimme von Peter Barnikol-Veit ( SPD ), den Baudurchführungsbeschluss für das Ausweichquartier mit Außengruppe, die Genehmigung der Planung für die Maßnahmen zum Ausbau Ausweichquartier und Außengruppe für den Kindergarten St. Franziskus Rothenkirchen nach den Unterlagen des Architekturbüros Schöttner, Wallenfels, mit Gesamtkosten von 812 435 Euro, und es wurde ferner der Bedarf für das Ausweichquartier und spätere Außengruppe mit 37 Plätzen als notwendig anerkannt. Dies sind eine Regelgruppe mit 25 Kindern und eine Krippengruppe für Kinder unter drei Jahren mit zwölf Plätzen.

Architekt Schöttner erinnerte an die Ratssitzung vom 29. September 2020, in der letztmalig das Gremium vom aktuellen Stand der Planungen zum Ausweichquartier unterrichtet wurde. Notwendig wird ein Ausweichquartier, weil am bestehenden Kindergarten St. Franziskus eine Sanierung und Erweiterung geplant sind. Seit dieser Sitzung am 20. September 2020 hat sich viel getan. Es wurden viele Gespräche von der Marktgemeinde geführt mit der Eigentümerin eines möglichen Ausweichquartiers, dem Architekturbüro, dem Landratsamt, der Regierung von Oberfranken und Vertretern der Katholischen Kirche (Träger der 'Einrichtung), um diese Maßnahme zu forcieren. Die vergangene Zeit wurde intensiv genutzt, um das optimale Ergebnis für alle Parteien zu erzielen.

Oberstes Ziel für den Bürgermeister Stefan Heinlein ( CSU ) und die Verwaltung sei gewesen, eine dauerhafte Lösung zu finden, um dem aktuellen und zukünftigen Bedarf an Kinder- und Krippenplätzen gerecht zu werden. Zudem wurde das dafür vorgesehene Förderprogramm verlängert.

Um alles zu bewältigen, ist auch eine höhere finanzielle Hürde zu nehmen. Eine befristete Lösung für das Ausweichquartier hätte dem Markt Pressig einen Eigenanteil von circa 120 000 Euro abverlangt. Dazu wären die Mieten von notwendigen Sanitärcontainern gekommen. Eine dauerhafte Lösung erfordert aber einen erheblichen Aufwand unter Einhaltung aller baulichen und sonstigen Auflagen, deren Kosten sich voraussichtlich auf 812 435 Euro belaufen. Der zuwendungsfähige Anteil würde circa 690 550 Euro betragen. Das bedeutet bei einer Förderung nach FAG (Finanzausgleich) mit 70 Prozent einen Eigenanteil von 320 050 Euro, an dem sich der Markt Pressig und die Katholische Kirchenstiftung , je mit 50 Prozent, beteiligen. Würde der Markt Pressig in den Genuss der vierten Sonderinvestitionsprogramm-Kinderbetreuungsfinanzierung mit Förderung von 90 Prozent kommen, würde sich der Eigenanteil auf 190 940 Euro reduzieren, welchen sich ebenfalls Markt Pressig und Kirche mit je 50 Prozent teilen würden.

Förderung erst nach Bauabschluss

Je eher der Zuwendungsantrag gestellt wird, desto höher sind die Chancen, dass der Markt Pressig Berücksichtigung findet, sagte Bürgermeister Heinlein und machte den Handlungsbedarf deutlich, indem er aufforderte, den Anträgen heute zuzustimmen. Allerdings müsste der Markt Pressig zunächst in Vorleistung gehen, da man erst nach Abschluss der Maßnahme Förderung erhalten kann, da es für ein Ausweichquartier keine Förderzusage gibt. Mit der angestrebten Lösung würde der Markt Pressig zusätzlich eine Regelgruppe mit 25 Kindern und eine Krippengruppe mit zwölf Kindern schaffen. Außerdem sind WC-Anlagen im Haus installiert und eine Containerlösung würde sich erübrigen. Aufgrund der Nähe zum bestehenden Kindergartengebäude ist mit wenig Aufwand durch Erwerb eines kleinen Grundstückes sogar eine Verbindung beider Gebäude beziehungsweise Spielanlagen möglich. Für Eltern sind außerdem in unmittelbarer Nähe Parkplätze vorhanden und der Haupteingang zum Kindergarten befindet sich zu einer wenig verkehrsfrequentierten Nebenstraße hin.

Vorarbeiten sind geleistet

Der momentane Zeitplan sieht einen Baubeginn für November vor, allerdings hänge das, wie auch das Bauende, das man für Frühjahr 2022 vorgesehen hat, von der Marktlage und von der Materialbeschaffung ab, denn es herrscht große Nachfrage am Bau und bei Materialien besteht schon Knappheit. Der Bauhof des Marktes Pressig und Vereinsabordnungen haben schon verschiedene Vorarbeiten im Gebäudeinneren geleistet.

Architekt Schöttner ergänzte, dass ein Neubau eines zweigruppigen Kindergartens auf die grüne Wiese einen großen Flächenverbrauch in Anspruch nehmen würde und mit Baukosten von mindestens 1,2 bis 1,5 Millionen Euro zu rechnen wäre. Außerdem kann man so einen Leerstand in der Ortsmitte wieder mit Leben erfüllen.

Peter Barnikol-Veit sah Bedenken im Begriff Ausweichquartier, obwohl es sich um eine langfristige Lösung handeln soll. Es handelt sich um kein Ausweichquartier ist seine Meinung, und er befürchtet, dass diese Begrifflichkeit der Marktgemeinde zum Strick werden könnte. Außerdem sieht er jetzt schon bei der momentanen Tendenz den Kindergarten in ein paar Jahren schon wieder zu klein.

Dritter Bürgermeister Klaus Dressel ( CSU ) und Zweiter Bürgermeister Wolfgang Förtsch ( SPD ) dankten allen Beteiligten für die Mühen und erfolgreichen Gespräche und blicken auf eine gute Zusammenarbeit, die sich hoffentlich fortführen werde. Reinhold Heinlein ( CSU ) sah zuversichtlich in die Zukunft, das Konzept werde sich bewähren, war er sicher. Thomas Günther (Bürgerschaf(f)t) sah eine große Chance für Inklusion in der Erweiterung der Kapazität. Für die katholische Kirche sagte Dekan und Leitender Pfarrer im Seelsorgebereich Frankenwald, Detlef Pötzl, jede Investition in Kinder sei sinnvoll und die Kirche wahre gerne die Trägerschaft weiter. Er dankte für die gute Zusammenarbeit und ist überzeugt, eine gute und sinnvolle Lösung zu haben und dabei eine optimale Förderung zu erreichen.

Bad öffnet ab 12. Juni

Abschließend gab Bürgermeister Heinlein bekannt, dass man den Zeltplatz und das Naturerlebnisbad ab 12. Juni öffnen wird. Er rief freiwillige Helfer auf, sich in der Verwaltung zu melden. Aufgrund der Corona-Pandemie und deren Auflagen gibt es noch mehr Aufgaben zu meistern, weshalb die Gemeinde für jede Hilfe dankbar ist.

Trotz des schlechten Wetters habe der Bauhof des Marktes Pressig in den vergangenen drei Wochen knapp im Gemeindeteil Marienroth zur Erschließung eines Wohnhauses und Baugebietes 120 Meter Wasser- und Abwasserleitung verlegt und circa 1000 Tonnen Aushub und Einbaumaterial bewegt. Den Bauhofleuten zollte der Bürgermeister Lob und Anerkennung.