Steinwiesen /Nurn —  Im Zeichen von Corona können auch solche bedeutsamen Jubiläen wie die 25-jährige Amtszeit des Steinwiesener Bürgermeisters Gerhard Wunder ( CSU ) nicht gebührend gefeiert werden. Deshalb gab es am 1. Mai auch nur kleine Abordnungen und Gratulationen per Telefon. Doch in der letzten Gemeinderatsitzung ließ es sich Zweiter Bürgermeister Frank Hauck nicht nehmen, nachträglich im Namen aller Marktgemeinderäte zu gratulieren und ein Geschenk zu überreichen.

Hauck meinte, er kenne Wunder nun schon über 40 Jahre und sein Einsatz und seine Disziplin hätten ihn selbst zur CSU gebracht. Kommunalpolitisch habe der Jubilar in den 25 Jahren sehr viel erreicht, man wolle das alles gar nicht aufzählen. Projekte wie der Marktplatz, die Turnhalle, die Straßensanierung und nun aktuell der Umbau der Kulturhalle würden unvergessen bleiben. Viel sei investiert und durch Hartnäckigkeit aus den Fördertöpfen herausgeholt worden. „Du bist ein Bürgermeister mit Ecken und Kanten. Doch du lenkst seit 25 Jahren die Geschicke der Gemeinde zum Wohl der Bürger“, sagte Hauck in seiner Laudatio.

Der Fraktionsvorsitzende der CSU , Jürgen Eckert, schloss sich den Worten Haucks an und überreichte an den begeisterten Wanderer Gerhard Wunder einen Rucksack mit flüssigem und festem „Zubehör“ als Symbol dafür, dass er in all den Jahren doch große Lasten zu tragen hatte. Auch Jürgen Deuerling ( SPD ) gratulierte im Namen der Fraktion. Er meinte, Wunder habe seine Sache gut gemacht, deshalb sei er immer wieder gewählt worden. „Obwohl wir es vier Mal probiert haben, ihn abzusetzen“, lachte Deuerling und überreichte ebenfalls ein Geschenk. Sichtlich gerührt dankte Bürgermeister Gerhard Wunder für die gut gemeinten Worte. Er habe nie das Ziel aus den Augen verloren und immer zum Wohl der Bürger gearbeitet, versicherte er. Aber all das funktioniere nur, wenn man ein gutes Gremium hinter sich hat, mit dem man gemeinschaftlich arbeitet.

Die Gemeinderatsitzung fand im „Ausweichquartier“ im Mehrzweckhaus Nurn statt, da die Kulturhalle in Steinwiesen umgebaut wird. Ein Thema war die Öffnung des Freibades . Wenn sich die Inzidenz zwischen 50 und 100 eingependelt hat, besteht die Möglichkeit, das Freibad unter Auflagen zu öffnen. Unter anderem muss man einen Antrag stellen, sich anmelden, einen negativen Test, Impfung oder Nachweis der Genesung vorlegen.

Bad-Öffnung bei Inzidenz unter 50

Dies bedeutet aber einen erheblichen Aufwand an Personal, da alles überprüft werden muss. Deshalb wird für diese Inzidenz auf eine Öffnung verzichtet, da dies zu unwirtschaftlich ist. „Wir sind aber darauf vorbereitet, zu öffnen, wenn es sich unter 50 festigt. Dann kann so wie im letzten Jahr gewirtschaftet werden und sowohl das Freibad als auch das Erlebnisbad öffnen“, sagte Bürgermeister Gerhard Wunder .

Gesprochen wurde auch über die Erkenntnisse der Verkehrsschau vom 12. April. Der Antrag von Georg Ebert für eine Überquerungshilfe im Bereich der Leitsch über die Staatsstraße 2207 wurde geprüft und festgestellt, dass die Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind. Weder bei der Anzahl der Fahrzeuge noch bei der Anzahl der Fußgänger. Außerdem wäre es mit großen Umbauten an Straße und Ausfahrten verbunden. Es wird voraussichtlich die Geschwindigkeitsanzeige ein Stück in Richtung Eisenhammer verlegt werden. Beim Parkverbot vor dem Postgarten soll abgewartet werden, bis der Postgarten in Betrieb ist.

Die Verlegung der Bushaltestelle vom Gerberhaus in Richtung ehemaliger Schlecker wird befürwortet, da es dort übersichtlicher ist und es am Gerberhaus keine Unterstellmöglichkeit gibt.

Kiosk im Postgarten

Für die Grobplanung des Postgartens legte Rainer Kober ein Konzept vor, das unter anderen eine Pergola, Wasserspielplatz, Hochbeete und einen Kiosk umfasst. Dieser Kiosk soll jedoch kein Gaststättenbetrieb sein, sondern vielmehr von umliegenden Geschäftsleuten mit übernommen werden. Die möglichen Kosten belaufen sich laut Schätzung auf circa 240 000 Euro, davon für den Kiosk circa 75 000 Euro. Die förderfähigen Kosten werden von der Regierung festgelegt, es ist alles als eine Baumaßnahme einzureichen und die Förderung beträgt zwischen 60 und 80 Prozent je nach Förderprogramm. Mit der Gemeinde Steinwiesen ist eine Nutzungsvereinbarung über 25 Jahre abzuschließen. Die Pflege und Unterhaltung des Postgartens liegen bei Rainer Kober. Einstimmig wurde beschlossen, die Planung mit der Regierung von Oberfranken abzustimmen, eventuelle Änderungen aufzuzeigen und eine Kostenberechnung durchzuführen. Danach wird ein Förderantrag gestellt.

Für die Bauaßnahme Nurnbachbrücke über die KC 16 sollen in der Juni-Sitzung die Arbeiten vergeben werden. Baubeginn wird voraussichtlich Ende Juni 2021 sein. Die Arbeiten sollten Ende 2022 abgeschlossen sein, wobei im Winter 2021/22 die Straße bereits befahrbar sein sollte. Für den Ausbau der KC 16 vom Ortsende Steinwiesen bis Nurn und vom Ortsende Nurn bis Hubertushöhe laufen die Planungen. Einen Zeitpunkt für die Verwirklichung kann man noch nicht nennen.

Einstimmig wurde beschlossen, dass derzeit kein Bedarf besteht, die Sitzungen kommunaler Gremien digital oder als Hybridsitzungen durchzuführen. Neben den hohen Kosten fehle der menschliche Kontakt.

Aus gesundheitlichen Gründen kann Edmund Zwosta das Ehrenamt des Siebeners nicht mehr ausüben. Deshalb wurde einstimmig seine Entlassung genehmigt. Er war 20 Jahre hier tätig.

Bürgermeister Gerhard Wunder ( CSU ) informierte darüber, dass in der Gerbergasse, beim Beierswehr, an der Rodach und im Gries die Straßenlaternen geändert und ausgetauscht sowie einige neu aufgestellt werden. Dies geschieht im Zuge der Erdverkabelung. Die Kosten belaufen sich auf 78 000 Euro. Auch am Pfarrberg vor dem Musikheim sollen Laternen entstehen. „Wir wollen dunkle Ecken sicherer machen“, meinte Wunder.

Die angedachten Standorte für den Mobilfunkmast Neufang wurden noch einmal mit der Telekom begutachtet. Es befinden sich im Gemeindegebiet mehrere „Whitespots“, die von den Netzbetreibern eigenwirtschaftlich geschlossen werden müssen. Es soll nun abgewartet werden, wo sich diese befinden und wer sie eigenwirtschaftlich erschließt. Erst dann wird entschieden, ob ein Zuschussantrag für den Mobilfunkmastantrag erstellt wird. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

Die Kirchenstiftung Neufang plant die Innensanierung der Kirche St. Laurentius. Es wird von Gesamtkosten von 900 000 Euro ausgegangen. Der Markt Steinwiesen hat Sanierungen bisher mit zehn Prozent der Kosten jedoch maximal 15 000 D-Mark bezuschusst. Dieser Betrag soll nun nach 30 Jahren angeglichen werden. Nach kurzer Diskussion wurde mit einer Gegenstimme beschlossen, dass man den Betrag auf 15 000 Euro festlegt. Allerdings gilt eine Bagatellgrenze als Voraussetzung für die Bezuschussung von 50 000 Euro Sanierungskosten .

Die Sanierungsberatungen für die Anwesen Nordhalbener St. 40, (Eigentümerin Nadine Kübrich) und An der Rodach 5 (Eigentümer Anne und Christopher Weinmann) wurden durchgeführt, der Marktgemeinderat stimmt den Maßnahmen im Rahmen des kommunalen Förderprogramms nach der Interessengemeinschaft Oberes Rodachtal zu und erklärt sich bereit, den kommunalen Eigenanteil der Förderung zu übernehmen.