Michael Busch An Weihnachten geht es für viele Menschen um Konsum. Vom Fest der Liebe, der Hingabe, der Menschlichkeit ist manchmal nicht mehr viel zu spüren. Ein Um- und Zustand, der den Herzogenauracher Grünen nicht wirklich gefällt. Zusammen mit ihrem Landtagsabgeordneten Christian Zwanziger besuchten sie in Herzogenaurach das Sozialkaufhaus und den Bauernhof der Familie Hußenether.

Nachhaltig wirtschaften

Für die Fraktionsvorsitzende Retta Müller-Schimmel gibt es im Grunde ein einfaches Rezept diesem Konsumterror zu entfliehen: "Nachhaltige Produkte verschenken, schauen, wo die Waren herkommen und damit darauf achten, dass es sich um faire Produkte handelt." Also nicht das Billigplastikprodukt aus Asien, bei dem Kinder nur Centbeträge für deren Arbeit in Fabrikhallen erhalten.

Müller-Schimmel erkennt an, dass in Bayern, in Deutschland sehr viel Geld gespendet wird, um anderen zu helfen. Aber: "Wir befrieden damit auch ein Stück weit das schlechte Gewissen." Sinnvoller wäre es auf die Waren zu schauen. Der Rundgang durch das Sozialkaufhaus in der Rathgeberstraße und das Gespräch mit dem dortigen Leiter Arnold Grief und dem Chef der Laufer Mühle, Michael Thiem, unterstrich das Gesagte. Waren, die zwar benutzt, aber immer noch hochwertig sind, finden ihre Abnehmer. Grief erklärt: "Das wandert bei anderen Menschen auf den Müll."

Zwanziger sagt: "Es geht darum, ein ressourcenschonendes Verhalten zu leben. Gegen die Wegwerfmentalität anzugehen." Da sei das Sozialkaufhaus ein gutes Beispiel für.

Bei den Hußenethers ging es dann um die Frage von nachhaltigem Wirtschaften, Flächenverbrauch und was der Kunde bereit ist, für landwirtschaftliche Produkte zu bezahlen. Juniorchef Lukas Hußenether erklärte: "Wir sind der einzige Bio-Bauernhof im Umkreis von zehn Kilometern mit eigenem Ladenverkauf." Aus Sicht der Grünen ein wichtiger Aspekt sei der Zukauf von Fütterungsmittel aus der Region. "Damit wird letztlich auch der Regenwald in Brasilien geschützt", sagt Müller-Schimmel. Im Kraftfutter steckt bei vielen Bauern eiweißreiches Soja, das vor allem aus Südamerika importiert wird. Dafür werden eben auch Wälder dort abgeholzt.

"Die Menschen sollten gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit ihr Einkaufsverhalten einfach mal überdenken", sagen die Grünen. Es gehe nicht darum, dass teure Geschenke die Besitzer wechseln. "Vielleicht einfach mal Plätzchen backen", schlägt sie vor. Diese Idee lässt sich dann auch gut ins neue Jahr mitnehmen.