Andreas Dorsch Mit seinem Eisstadion hat Höchstadt ein Alleinstellungsmerkmal in der Region. Weil das auch in Zukunft so bleiben soll, beschloss der Stadtrat am Montagabend mit großer Mehrheit, eine neue Eishalle zu bauen.

In der Frage, Sanierung des über 40 Jahre alten Stadions oder Neubau, entschied sich der Rat mit 20:4 Stimmen für einen Neubau. Nur Andreas Hänjes, Norbert Bechstein (beide SPD), Eberhard Ranger (JL) und Franz Rabl (CSU) lehnten ein neues Eisstadion ab.

Für Eindruck sorgten im Vorfeld der Stadtratssitzung über hundert Mitglieder und Fans der beiden Höchstadter Eissportvereine ESC und HEC, die die Räte vor dem Kommunbrauhaus mit einem Transparent "Unsere Zukunft in Euren Händen" begrüßten. Zu Beginn der Sitzung überreichten Vertreter beider Vereine auch noch ein Paket mit 3000 Unterschriften von Bürgern aus Höchstadt und dem Umland für einen Neubau.

Bürgermeister Gerald Brehm (JL) sagte eingangs, Eissport in Höchstadt sei etwas Besonderes und man habe auch zwei starke Vereine. Die Verwaltung habe viel Vorarbeit geleistet. Nachdem sich der Stadtrat in einer vorangegangenen Sitzung für Eissport in Höchstadt entschieden hatte, war nur die Frage Generalsanierung oder Neubau. "Aus vernünftigen Gründen kann es nur einen Neubau geben", sagte Brehm. Er habe schon Vorgespräche mit dem Landrat geführt, man werde eine Möglichkeit finden. Das Landratsamt muss als Aufsichtsbehörde der langfristigen Finanzierung zustimmen.

Nach ersten Planstudien des Ingenieurbüros Möller und Meyer würde eine Sanierung des alten Stadions 9,5 Millionen Euro kosten, ein Neubau nördlich der alten Halle 13,5 Millionen. Dem Mittelzentrum Höchstadt stünde ein solcher Leuchtturm des Freizeitsports gut, fand der Bürgermeister. Jetzt werde es eine europaweite Ausschreibung geben, in drei Jahren könnte es fertig sein. Brehm forderte vom Stadtrat ein klares Zeichen und bekam es auch.

CSU-Sprecher Alexander Schulz möchte das Eisstadion aus dem Wahlkampf heraushalten. Die CSU habe viele Vorgespräche - auch mit der Führung des Höchstadter Eishockeyclubs - geführt und setze sich ebenfalls für einen Neubau ein. Der müsse aber finanzierbar sein. Ein neues Eisstadion sei eine der größten Investitionen in der Stadt, daneben müsse aber auch in die Aischtalhalle, die Mittelschule, das Hallenbad und in Straßen investiert werden, mahnte Schulz.

Die Zuschauerkapazität der neuen Halle möchte der CSU-Sprecher aus Kostengründen auf 1200 begrenzen und über Anzahl und Größe der benötigten Kabinen noch verhandeln. Schulz plädiert für einen Neubau ohne großen Luxus. Zustimmung bekam sein Vorschlag für einen Runden Tisch, an dem Planer, Vereinsvertreter, Verwaltung und die Stadtratsfraktionen besprechen sollten, was konkret gebraucht wird.

Seine Generation sei in Höchstadt mit dem Eissport aufgewachsen, sagte Junge-Liste-Sprecher Michael Ulbrich. In der Fraktion habe man abgewogen und sich für einen Neubau entschieden. Der soll langfristig über 30 Jahre finanziert werden, was für die Stadt eine tragbare Belastung von 300 000 Euro im Jahr bedeuten würde.

13,5 Millionen sind Hänjes zu viel

SPD-Sprecher Andreas Hänjes lehnte einen Neubau ab und kritisierte, dass im Vorfeld keine Haushaltsberatungen darüber stattgefunden haben. Man sei allen Bürgern gegenüber verantwortlich, 13,5 Millionen Euro seien zu viel. Hänjes erinnerte an eine im vergangenen Jahr für ein Bundes-Förderprogramm erstellte Sanierungsplanung, die bei 5,3 Millionen lag. Das sei im Schnellverfahren entstanden, um eine Frist einzuhalten, entgegnete Bürgermeister Brehm. Dauerhafter Eissport sei nicht mit dem Flicken von Dächern zu machen.

Axel Rogner, JL-Stadtrat und langjähriger HEC-Präsident, sagte, er sei anfangs immer für eine Sanierung gewesen, weil ein Neubau zu lange dauern würde. Nachdem jetzt die Zahlen vorliegen, müsse es einen Neubau geben, der seiner Meinung nach auch unter 13,5 Millionen Euro zu machen wäre. Hochklassiges Eishockey habe in Höchstadt nur mit einem Neubau eine Perspektive, so Rogner. Dafür brauche man aber auch eine Kapazität von 1500 bis 1800 Zuschauern. Der Funktionär hofft auch auf Fördergelder des Deutschen Eishockey-Bundes.