Alljährlich war die Wallfahrtskirche zu Beginn der Adventszeit das Ziel vieler Limbacher und Gäste, weil der Kindergarten St. Maria Limbach immer mit Liedern und szenischen Spielen die Vorweihnachtszeit eindrucksvoll eröffnete. Nicht nur die Sanierung der Wallfahrtskirche, sondern vor allem die Corona-Pandemie ließen das aber diesmal nicht zu, und die Kinder wollten das gar nicht glauben - sie hatten sich doch gut vorbereitet. Dann aber überraschten sie die Pfarrgemeinde doch mit einem Auftritt, aber nicht vor dem Altar in der Kirche, sondern auf der Leinwand.

Die Dorfkirche von Limbach war auch an diesem Sonntag entsprechend den Bestimmungen sehr gut besetzt. Und sicherlich waren die Besucher gespannt, was sie wohl in dieser schwierigen Zeit erwarten würde.

Kinder waren zunächst traurig

Ellen Steinhäuser, die Leiterin des Kindergartens, erinnerte daran, wie sich die Kinder immer auf diesen Tag gefreut hätten, und dass sie diesmal sehr traurig gewesen seien. Wegen Corona hätten ja schon der Weihnachtsmarkt des Kindergartenvereins und die Burgweihnacht mit den öffentlichen Auftritten der Kinder, die einfach zum Jahresablauf dazugehörten, nicht stattfinden können. "Deswegen haben wir gemeinsam mit ihnen überlegt, wie wir trotzdem unserer Pfarrgemeinde einen Gruß überbringen könnten. Was dabei herausgekommen ist, dürft ihr nun auf der großen Leinwand erleben", kündigte Steinhäuser an.

Gemeinsamer Gesang in der Kirche ist derzeit nicht erlaubt, und so war es gleich zu Beginn ein besonderes Erlebnis, wie die Buben und Mädchen in einem Video aus voller Kehle sangen: "Wir sagen euch an den lieben Advent, sehet, die dritte Kerze brennt. Nun tragt eurer Güte hellen Schein, weit in die dunkle Welt hinein." Gerne hätten die Gottesdienstbesucher in diesen Kinderchor eingestimmt.

Mit dem "Hoffnungslied" gaben die Kinder dann auf der Leinwand ihr Licht weiter und sangen "Wir tragen ein Licht in die Welt hinein".

Kinder voller Vorfreude

In einem Interview teilten die Kinder dabei auch mit, auf was sie sich zu Weihnachten freuten und welche Wünsche sie hätten: Plätzchenbacken, den Adventskranz anzünden, einen Weihnachtsbaum aufstellen und natürlich viel Schnee. Freilich vergaßen sie auch nicht ihre Wünsche nach Geschenken und die Hoffnung, dass alle gesund bleiben. Ihre Vorfreude darauf zeigten sie dann in ihrem Video mit einem schönen Lichtertanz, der so manchen Gottesdienstbesucher richtig berührte.

Vom Licht sprach dann auch Stadtpfarrer Bernhard Öchsner, der zusammen mit Wallfahrtsfahrer Otmar Pottler den feierlichen Gottesdienst im Pfarrsaal zelebrierte: "Sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzugeben für das Licht. Er war aber nicht das Licht selbst, er sollte nur Zeugnis abgeben vom Licht: Ich bin nur die Stimme des Rufers in der Wüste. Ebnet den Weg für den Herrn!"

"Jedem mit Achtung begegnen"

Pfarrer Öchsner meinte, dass Johannes mit der Bezeugung von Jesus eine gewaltige Bewegung ins Leben gerufen habe, an der sich auch die Menschen ein Beispiel nehmen könnten: "Einander mit neuen Augen anschauen, jedem und jeder mit Achtung und Ehrfurcht begegnen und darüber nachdenken, wie ich arbeite, über andere rede und den Alltag bewältige."

Zum Abschluss bedankte sich Sigrid Schuhmann vom Kirchenvorstand für diese eindrucksvolle Gottesdienstfeier bei allen Besuchern und vor allem bei den beiden Pfarrern. Ihre besondere Anerkennung galt den Erzieherinnen, stellvertretend Ellen Steinhäuser und Sonja Wissmüller, für diese ganz andere, aber besondere Gestaltung mit Video-Einspielungen. Damit seien auch die Jüngsten der Pfarrgemeinde in das kirchliche Leben einbezogen und allen Teilnehmern eine unvergessliche Stunde bereitet worden.