Die Telefone standen am Montag und Dienstag in den Kindergärten teilweise nicht still, weil viele Anfragen aus der Elternschaft kamen und die Eltern schon bis Dienstag ihren Nachwuchs für eine Notbetreuung anmelden sollten.

In der Gemeinde Pfarrweisach, in der derzeit 52 Kinder die Einrichtung besuchen, befürchtete man schon einen Engpass, weil man aufgrund der Telefonate mit mehr als 30 Kinder rechnete und auch das Personal in diesen Tagen nicht vollzählig an Bord war. Tatsächlich kamen dann am Mittwochfrüh doch "nur" neun Kinder zur Betreuung.

Sehr unterschiedliche Resonanz

Katharina Tschischka von der Fachaufsicht des Landratsamtes Haßberge bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass die Inanspruchnahme der Notbetreuung in den Kindergärten des Landkreises sehr unterschiedlich sei: "Das beginnt mit zwei bis drei Kindern, und in manchen Einrichtungen sind es sehr viele."

"Wer es braucht", für den sei ursprünglich bei der Pressekonferenz die Notbetreuung in Aussicht gestellt worden. Dann sei später zum Ausdruck gebracht worden, dass eine Notbetreuung in Anspruch genommen werden könne, "wenn Eltern die Betreuung nicht auf andere Weise sicherstellen können, insbesondere, wenn sie ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen müssen". Die Kindertageseinrichtungen habe man dabei sogar gebeten, keine Nachweise von Eltern einzufordern, dass beispielsweise der Urlaub bereits aufgebraucht sei. Anders als im Frühjahr habe man diesmal auch darauf verzichtet, spezielle Berufsgruppen festzulegen, die zur Notbetreuung berechtigen, und es so formuliert: "Vielmehr wird auf den Bedarf der Eltern abgestellt."

Problemloser Personaleinsatz

Da in Pfarrweisach am gestrigen Mittwoch doch nur neun Kinder zur Notbetreuung gekommen waren, gab es auch mit dem Personaleinsatz keine Probleme. Es wären aber sowohl die Eltern als auch die Erzieherinnen verunsichert gewesen, auf was man sich einzustellen hätte.

"Jetzt packen wir es aber gut, schließen unsere Einrichtung zusätzlich am 7. und 8. Januar und beginnen dann wieder im neuen Jahr am 11. Januar mit dem regulären Kindergartenbetrieb, sofern es Corona zulässt", betonte Bürgermeister Markus Oppelt.

Im Kindergarten St. Maria Limbach, in den normalerweise 70 Kinder gehen, waren zehn Buben und Mädchen anwesend, im Kindergarten in Weisbrunn waren - je nach Tag - sechs bis sieben Kinder und im Kindergarten St. Josef in Eltmann vier bis acht Kinder gemeldet.

Leiterin Ellen Steinhäuser von St. Maria in Limbach stellte fest, dass die Eltern sehr achtsam mit dem Thema "Notbetreuung" umgingen. Manche Eltern hätten sich für die Inanspruchnahme fast entschuldigt. Steinhäuser: "Wir haben bei manchen Eltern sogar nachgefragt oder sie aufgefordert, dass sie ihr Kind bringen, wenn sie beide berufstätig oder alleinerziehend sind." Dies sei bei den Eltern gut angekommen, denn tatsächlich seien bei der einen Familie die Großeltern nicht greifbar gewesen. Eine andere habe gesagt: "Mein Chef kann mir wegen des Weihnachtsgeschäftes nicht freigeben."

Ellen Steinhäuser ist sich sicher: "Kein Elternteil hat es sich leicht gemacht, sein Kind abzugeben. Wir übernehmen die Betreuung aber gerne."

Kritik an der Informationspolitik

Steinhäuser verschwieg aber auch nicht, dass die Informationspolitik "alles andere als gut" sei, und das gelte gleichermaßen auch für alle Leitungen von Kindergärten und Schulen. Man bekomme von Müttern schon per Whatsapp Pressemeldungen mit Informationen zugesandt, sei aber als Berufsgruppe vom Ministerium oder von den Ämtern noch gar nicht unterrichtet worden. Dazu brachte sie diesen Vergleich: "Eine Mutter, die schwanger ist, erzählt es doch auch erst ihrem Mann und posaunt es nicht zuerst in die Welt hinaus. Ebenso müssten es die Ministerien und Behörden halten und zuerst ihre ,Berufsfamilie‘ informieren, bevor sie es in Medien präsentieren."