"Eigentlich bräuchte man zwei Rollatoren, einen für drinnen und einen für draußen", sagt Gerhard Schmidt. Er hat eine 94-jährige Mutter, die lange Zeit keine Gehhilfe nutzen wollte. "Und schon gar keinen Rollator, denn "was sollen die Leute da denken", schmunzelt der Sohn.
Ein Rollator ist eine fahrbare Gehhilfe, die drei oder vier Räder hat. Das Gefährt kann man vor sich herschieben und als Stütze benutzen, um stabiler gehen zu können als beispielsweise mit Stöcken. Rollatoren sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich.
Bei seinem Ausflug in die Welt der Rollatoren stand Schmidt Stefan Dubois, der Vertriebsleiter vom Orthopädie-Forum in Ebermannstadt, Rede und Antwort. Zuerst stellte Dubois das Kassenmodell vor: Eine einfache, gebrauchte Ausführung aus Stahl, die mit zwölf Kilogramm relativ schwer ist. Ein solches Modell kann von einem Arzt verschrieben werden. "Es bleibt aber in unserem Besitz und der Nutzer habt keinen Anspruch auf ein neues Modell. Es muss nur medizinisch-technisch einwandfrei sein", erklärte Dubois.
Gerhard Schmidt ist nicht begeistert, denn das Modell ist schwer und hat für ihn zu große Räder. Auch von der schmalen Sitzmöglichkeit ist er nicht angetan. "Wenn meine Mutter nicht mehr laufen konnte, habe ich sie auf dem Rollator sitzend geschoben. Das wäre bei diesem Modell schwierig", erklärte Schmidt. Genau deshalb sei eine gute Beratung sehr wichtig, wirft Dubois ein, denn in einem Fachgeschäft würden viele Fragen gestellt und der Kunde könne den Rollator Probe fahren.


Häusliche Umgebung

"Wir fragen beispielsweise, wie aktiv die Menschen sind, ob sie viel im Urlaub sind oder Bus fahren. Oder wir fragen nach der häuslichen Umgebung, wie breit die Türen daheim sind oder ob es Stufen gibt", zählt der Regionalleiter auf.
Er zeigt Schmidt Modelle aus Aluminium, die etwa sieben Kilogramm wiegen. Gerhard Schmidt fällt gleich auf, dass diese Modelle Kipphilfen haben: "Das ist sehr wichtig, denn meine Mutter hatte große Probleme mit den Bordsteinkanten und musste beim Kassenmodell immer eine Hand von der Stütze nehmen, um die Gehhilfe am Sitz anzuheben." Dadurch habe sie weniger Halt gehabt.
Schmidt ist begeistert von einem schmaleren Modell für innen und einem robusten für außen. "Das mit den größeren, luftbereiften Rädern ist besser auf Kopfsteinpflaster, was wir ja in Ebermannstadt oder Gößweinstein haben", meint Schmidt. Beide Modelle haben Kipphilfen und eine breitere Sitzgelegenheit. "Und es gibt für beide Modelle einen Rückengurt, damit man bequemer sitzen kann", zeigt der Regionalleiter. Schmidt nickt freudig. Außerdem ist der Sitz sogar höhenverstellbar. Das Outdoor-Modell kann auch einfach im Auto transportiert werden, da es mit einer Schlaufe am Sitz schnell längs gefaltet werden kann.
Dubois zeigt den Halter für den Gehstock und verweist auf die Reflektoren, damit der Rollator bei Nacht besser zu erkennen ist. "Das eine Modell ist in sieben verschiedenen Farben erhältlich. Dann gibt es statt Korb eine geschlossene Citytasche als Sonderzubehör oder Licht oder einen Schirm", erklärt Stefan Dubois. Er zeigt einen Rollator für Arthritis-Patienten, bei dem man den Unterarm auflegen kann.


Mit dem Cabrio unterwegs

Dubois berichtet, dass die Patienten mittlerweile froh sind, dass sie mithilfe eines Rollators wieder mobiler sind. "Ja, die sagen, wenn sie sich treffen: ,Gell, du bist heute auch mit deinem Cabrio unterwegs'", lacht Schmidt und erfährt von Stefan Dubois, dass in Ebermannstadt mehr Outdoor-Modelle verkauft werden als in Nürnberg.
Außerdem hat Dubois die Erfahrung gemacht, dass seine Kunden inzwischen mehr Geld investieren, um wieder beweglich zu sein. Die gezeigten Rollatoren kosten bis zu 300 Euro.
Gerhard Schmidt ist froh, dass sich deren Ausstattung verbessert hat. Er findet es allerdings schade, dass das Kassenmodell eher schlecht ausgestattet ist. Und er empfiehlt, dass man sich professionell und individuell beraten lassen solle.