Über Jahre hinweg hat Reinhold Glas Archive besucht, für die meisten Zeitgenossen nur sehr schwer oder kaum zu lesende alte Urkunden durchgesehen und zu Hause sorgfältig die Geschichte der Häuser von Alt-Forchheim zusammengestellt. Ein Probedruck des Buches liegt inzwischen schon vor.
Am 24. November wird Reinhold Glas dann sein zweibändige "Häuserbuch Alt-Forchheim" um 19 Uhr in der Forchheimer Stadtbücherei vorstellen.


Persönliches Interesse

Das Buch gehört zu der Reihe "Personengeschichtliche Schriften" der Gesellschaft für Familienforschung in Franken. Mitherausgeber ist der Heimatverein Forchheim.
Glas, der in aller Bescheidenheit betont, dass er als ehemaliger Postbeamter keineswegs ein studierter Historiker sei, ist aufgrund seines ganz persönlichen Interesses für Geschichten mit der Zeit zu einem kompetenten Kenner der Häusergeschichte von Forchheims Altstadt geworden. Vor allem Rechnungsbücher und Zinsbücher dienten der oft mühseligen Erschließung der Bau- und Eigentümerverhältnisse. Die Forschungsanstrengungen von Glas gehen zurück bis 16. Jahrhundert, in einigen Fällen sogar bis ins 14. Jahrhundert.
Auch die wenigen im Stadtarchiv noch aufbewahrten Protokolle hat Glas gründlich überprüft; etwa um zu prüfen, wer welches Haus von wem geerbt oder übernommen hat. Da gibt es nicht nur Kinder von Hauseigentümern als Übernehmer, sondern auch ursprünglich wandernde Handwerksgesellen aus Südtirol oder der Schweiz, die in Forchheim geblieben sind, weil sie etwa eine oft noch junge Witwe eines Müllers oder Brauers geheiratet haben.
Diese zwei Berufe waren bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in Forchheim besonders häufig vertreten. Auch die Tatsache, dass Forchheim eine Garnisonsstadt war, hat schon in früher Zeit zu Fluktuation und Internationalität geführt. Das alles spiegelt die Geschichte der rund 620 besprochenen Häuser und Objekte, die meist innerhalb des Festungsrings liegen - wider. Seine Ergebnisse hat Glas alphabetisch nach Straßen geordnet.


960 Abbildungen

Vorangestellt sind seinem Buch eine Übersicht mit Erklärungen von etwa 200 Fachausdrücken und eine Einführung in die Entwicklung der Stadt.
Insgesamt etwa 960 zum Teil farbige Abbildungen in Gestalt von Plänen, Grundrissen und Fotos sowie Kartenbeilagen tragen zur Verlebendigung der Informationen zu den Häusern bei. Viele Fotos und Karten sind bisher noch nicht veröffentlicht worden. Zusammen mit dem Buch von Reinhold Glas wird auf einer CD das "Ortsfamilienbuch Forchheim" (Version 1) von Edgar Hubrich erscheinen. Biografische Nachweise zu etwa 50 000 Personen aus der Zeit von 1520 bis 1802 hat der Genealoge gesammelt: Seine Forschungen erstreckten sich dabei auch auf Burk, Buckenhofen und Serlbach.
Neben den Personennamen aus dem "Häuserbuch Alt-Forchheim" hat Hubrich die Familienkartei von Pfarrer Martin Förtsch, Testamente, Stammbäume und auch Daten aus Stiftungen für sein Ortsfamilienbuch genutzt.
Die CD soll etwa acht Euro kosten. Der Subskriptionspreis für Vorbesteller bis November des "Häuserbuch Alt-Forchheim" wird etwa 40 Euro betragen. Später im Buchhandel wird das Buch rund 60 Euro kosten.