Bernhard Götz ist seit 40 Jahren Imker mit Leib und Seele. Seit vergangenem November hat er unter seinem Dach auch noch eine "Bienenschule" eröffnet. Neun Schüler der sechsten Klassen der Grund- und Mittelschule Hirschaid sind seit letztem Herbst jeden Mittwochnachmittag für zwei Schulstunden gekommen, um im Rahmen einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft alles das zu lernen, was ein Imker wissen muss und wie wichtig insbesondere Bienen für unser Ökosystem sind.

Der 74-jährige langjährige Jugendleiter bei der DPSG, früherer Ausbildungsleiter und nebenamtliche Lehrer an der Berufsschule hat sich bereits im Vorfeld um Unterrichtsmaterial gekümmert, die Einverständniserklärung bei den Eltern eingeholt, einen Finanzplan aufgestellt. Bei der Suche nach Sponsoren wurde er von Hirschaids Bürgermeister Klaus Homann (CSU) unterstützt. Für den Schulbienen-Stand wurden drei Wirtschaftsvölker geplant. Da die Bienen auch in den Ferien Pflege und Aufmerksamkeit brauchen, hat man sich im Vorfeld entschieden, dass die Schulbienen im Garten von Bernhard Götz ihr Zuhause finden.

Bei einem Termin vor Ort mit Schulleiterin Sibylle Kretzschmar und Bürgermeister Homann erläuterte Bernhard Götz die bisher gemachten Projektschritte und zeigte sich sehr angetan, vom Elan und vom Eifer der Schüler. Dabei ist es für ihn kein Problem, wenn er einmal Fragen nicht beantworten kann, dann wird der PC hochgefahren und im Internet nach Antworten gesucht.

Die "Bienenschule" ist für die Rektorin ein wichtiger Baustein für die Qualifizierung der Hirschaider Grund- und Mittelschule als "Umweltschule Europa". Sibylle Kretzschmar hatte sich bereits bei ihrer letzten Stelle in Breitengüßbach intensiv mit der Thematik Bienen beschäftigt. Das Hirschaider Projekt sollte eigentlich in drei Phasen ablaufen. Im ersten Abschnitt erfuhren die Teilnehmer alles über Bienen, Bienenkrankheiten, die Varroa-Milbe, dem "Killer im Bienenstock", und ihre Bekämpfung, den Jahreslauf und die Sprache der Bienen sowie die Werkzeuge der Imker. Es schloss sich eine zweite Phase im Hobbykeller von Bernhard Götz an. Dort wurde dann unter Anleitung all das gebaut, was für die Schul-Imkerei benötigt wird. Dabei wurde gleich auch noch das Berechnen der Maße von kleineren Bienenkästen geübt, und alle konnten ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellen.

Corona kam dazwischen

Ab März sollte ein dritter Abschnitt unter dem Thema: Arbeiten am Bienenstand und mit Bienenprodukten folgen. Doch mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie musste auch die "Bienenschule" ihre Pforten schließen. Bernhard Götz hat daher den ersten "Schulhonig" alleine schleudern müssen. Er ist sich sicher, dass es heuer ein gutes Honig-Ergebnis geben wird. Nach den Pfingstferien soll es nun weitergehen. Unter der Voraussetzung, dass die Eltern der betroffenen Schüler zustimmen, will man die Gruppe teilen, um so die vorgeschriebenen Infektionsschutzmaßnahmen und die Abstandsregeln einhalten zu können.

Beim Zeigen der aktuell zwei Schulbienen-Völker im Garten von Bernhard Götz konnten schon bereits die ersten Erfolge der "fleißigen Schulbienen" bestaunt werden. Der Imker erinnerte Bürgermeister Homann dort noch einmal süffisant daran, wie wichtig die Rolle der Frauen sei, das heißt insbesondere der Königin bei den Bienen, "da kann der Imker noch so gut sein, ohne sie geht nichts!" Schön wäre es, so Götz, "wenn sich ein Lehrer für die Imkerei begeistern könnte". Die nächsten zwei Jahre steht er, wie vereinbart, für das Projekt zur Verfügung, "wenn es die Gesundheit zulässt".

Unterstützung hat das Projekt durch einen großzügigen privaten Spender und den Hirschaider Imkerverein bekommen. Ob man den "Schulhonig" auf dem Hirschaider Herbstmarkt verkaufen kann, bleibt abzuwarten.

Leider kommen die Zuschüsse des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für das Schuljahr 2020/2021 erst im Sommer 2021. Das Projekt ist auf Spenden angewiesen.

Wer die "Schulbienen" unterstützen möchte, der kann dies gerne mit einem Geldbetrag auf das Konto des Kooperationspartner der Schule KOBIS Hirschaid: IBAN: DE 81 7705 0000 0302 7397 84 machen. Eine Spendenquittung wird umgehend zugeschickt.