Im Mittelpunkt der Sternsingeraktion am gestrigen Sonntag stand das südamerikanische Land Peru mit behinderten Kindern im Zentrum "Yuncana Huysy", einem Armenviertel Limas, wo täglich über 1000 Kinder und ihre Familien betreut werden.

Der Gang der Sternsinger durch die Orte gilt weltweit als größte Solidaritätsaktion von Kindern und besteht seit über 60 Jahren. Seither wurden mehr als eine Milliarde Euro für soziale Projekte gesammelt.

Rund 300 000 Kinder waren auch diesmal wieder für die gute Sache unterwegs.Trotzdem ist es für viele Kirchengemeinden schwieriger geworden, überhaupt noch Sternsinger in ausreichender Zahl zu finden. Vor 30 Jahren machten sich tatsächlich noch rund 500 000 Jugendliche auf diesen besonderen Weg.

Ein "Luxusproblem"

Es gibt aber auch Ausnahmen. So fanden sich beispielsweise in Breitbrunn genügend Mädchen und Buben. Organisatorin Renate Schlee sprach sogar von einem "Luxusproblem" wegen zu vieler Interessenten. Weil man bei der Vorbereitung Überschuss hatte, hat man das Amt eines Sternsingers einfach aufgeteilt in eine Morgen- und eine Mittagschicht.

Allgemein heißt es, dass es zunehmend schwieriger werde, die Rolle des Kaspars zu besetzen, weil sich manche das Gesicht nicht mehr schwärzen wollten. Nicht so in Breitbrunn. "Bei uns ist der Kaspar sehr begeht. Fast jeder möchte dies übernehmen und manchmal kommt es sogar zu einem kleinen Streit", verrät Renate Schlee,

Eine andere Rolle spielt der "Sternenträger". "Seit langer Zeit war es so, dass immer die Nachrücker, also die Kleinsten, diese Aufgabe übernehmen mussten. Dabei ist es doch gerade für die Kleinen schwer, den Stern den ganzen Tag zu tragen. Jetzt übernehmen das Größere.

Die Sternsinger mussten sich sputen, dass bis zum Abend alle Häuser aufgesucht waren. Segenssprüche, das Schwenken des Weihrauchfasses und das Anbringen des Segensspruches "20*C+M+B+19" an die Haustüren folgen der Tradition. Es geht darum, Unheil für das kommende Jahr vom besuchten Haus abzuwenden. gg