von unserem Redaktionsmitglied 
Matthias EInwag

Ebensfeld — Weil die blau gespritzten Stützpfeiler der Lärmschutzwand schon stehen, taten sich die Gemeinderäte nicht leicht mit der Auswahl der Farbe für die Segmente. Nach längerer Abwägung kam das Gremium mit 10:9 Stimmen zum Ergebnis, eine Kombination aus Grautönen zu favorisieren. Zuvor hatten sie die Variationen aus etlichen anderen Farbtönen verworfen, weil diese nicht gut zu den blauen Pfeilern gepasst hätten.
Auf mehreren hundert Metern wird die künftige ICE-Trasse Ebensfeld durchschneiden. Die Ortspassage wird derzeit mit drei bis fünf Meter hohen Schallschutzwänden bestückt.
Im Vorfeld hatten die Ebens felder Bürger die Möglichkeit, ihre Meinung einfließen zu lassen. In einer Halle des Bauhofs hätten sie die unterschiedlichen Farbmuster ansehen können - wenn sie nur gewollt hätten. Doch offenbar sind die Ebens felder wenig interessiert daran, wie die Verschalung der ICE-Trasse künftig aussehen wird. "Erstaunlich wenige Bürger waren da", sagte Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) bei einer abschließenden Besichtigung der Farbwände vor der Gemeinderatssitzung am Dienstag.

Eine Frage des Geschmacks

Bei der anschließenden Diskussion im Sitzungssaal sahen sich die Gemeinderäte und ihr zahlreiches Publikum noch einmal die unterschiedlichen Farbmuster an, die per Beamer auf die Leinwand projiziert wurden. Unter anderem stand auch die in Zapfendorf bereits realisierte mehrfarbige Variante zur Debatte. Wie schwierig die farbliche Gestaltung sein kann, weil es eine Frage des persönlichen Geschmacks ist, wurde in den Diskussionsbeiträgen deutlich.
Otto Weidner (B90/Grüne) votierte für Brauntöne. Kurt Hammer (SPD) fand, die Schallschutzwand wäre noch am erträglichsten, wenn sie in einem silbrigen Grauton gespritzt würde. Eveline Zeis (SPD) sprach sich für eine Gestaltung in Erdfarbe aus. Franz Böhmer (FW) und Bernhardt Gehringer (CSU) präferierten Grün.
Nach kontroversem Abwägen all der zur Auswahl stehenden Blaßbraun-, Perlweiß-, Graualuminium-, Hellbeige- und Braunbeige-Variationen schritten die Räte zur Abstimmung. Das von Grün dominierte Modell fiel mit 9:10 Stimmen durch, für Erdbraun konnten sich nur sechs Ratsmitglieder erwärmen, auch die mehrfarbige Zapfendorfer Variante wurde verworfen, weil sie nicht mit den blauen Pfosten harmonieren würde. Übrig blieb nur der silbrig-graue Anstrich.