Als gelernte Schneiderin hat Maria Wiemann einen guten Blick für Eleganz entwickelt. Ein gewisser Chic ist der Forchheimerin auch an ihrem 95. Geburtstag noch wichtig. Gefeiert hat sie ihren Ehrentag im Haus von Tochter Helga und Schwiegersohn Hilmar. Dort fühlt sie sich wohl und gut umsorgt.
Auf den 95. Geburtstag von Maria Wiemann stießen Gratulanten an. In deren Reihe gesellten sich auch Vizelandrat Edgar Büttner (SPD) und Zweiter Bürgermeister Franz Streit (CSU). Eine besondere Freude bereitete ihr Post aus München. Ein Glückwunschschreiben von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) flatterte ins Haus.
Maria Wiemann ist eine Donauschwäbin. 1922 wurde sie in Backa Palanka geboren. Erst kürzlich konnte sie mit ihrem Bruder Hans Kornfeld dessen 90. Geburtstag feiern. In ihrer Heimat, die sie noch einmal besucht hat, verbrachte sie eine schöne Jugendzeit. Ihre Eltern besaßen dort ein Feinkostgeschäft, sie ging in die Bürgerschule und wurde Schneiderin.
Mit 22 Jahren erlebte sie den Zweiten Weltkrieg mit all seinen Härten. In einem Pferdewagen musste sie flüchten. Dabei verunglückte sie schwer. In Viehwaggons kam sie über Wien nach Forchheim, wo sie nicht nur ihre Familie, sondern auch ihre zweite Heimat fand.
Sie fand Arbeit in der Gastwirtschaft Rittmayer in Willersdorf und im Gasthaus "Rappen" in Forchheim, wo sie als Küchenhelferin arbeitete, bevor sie 1951 in der Näherei bei Weber & Ott anfing. Sie lernte ihren Mann Hans aus Reifenberg kennen, den sie 1956 heiratete und mit ihm anschließend 56 Jahre verheiratet war. Ein Jahr nach seiner Hochzeit wurde das Ehepaar Eltern von Tochter Helga. "Fortan war sie mir und Herbert, dem Sohn aus der ersten Ehe von Hans Wiemann, eine liebevolle Mutter", erzählte Tochter Helga. Enkel und Urenkel haben das Leben von Maria Wiemann in den folgenden Jahren noch bereichert.


Optimismus und Zufriedenheit

Inzwischen ist es im Leben von Maria Wiemann ruhiger geworden. Seit 2012 ist sie Witwe. Sie
würde gern noch ihren Hobbys nachgehen - Nähen und die Arbeit im Garten - "doch es geht halt nicht mehr so", bedauerte die liebenswerte Seniorin.
Jeden Tag wartet sie auf ihre Zeitung. "Die ackert meine Mutter dann von vorn nach hinten durch", verrät Tochter Helga. Was für Maria Wiemann das Geheimnis ihres langen Lebens ist? "Viel arbeiten, gerne kochen und backen, aber vor allem Optimismus und Zufriedenheit, auch in schwierigen Zeiten."