Eine ungewöhnliche Atmosphäre an der Grenz- und Friedenskapelle Burggrub: Auch hier beeinflusste die Corona-Krise die Friedensandacht. Dazu hatte die Ökumene im Seelsorgebereich Unteres Haßlachtal eingeladen und die Teilnehmer waren gehalten, mit entsprechendem Abstand sowie Gesichtsmaske zu erscheinen. Und es hat gut geklappt.

Anlässlich der meditativen Friedensandacht - Wort und Klang waren im Gebet vereint - mit Pfarrer Michael Foltin und stellvertretendem Dekanatsratsvorsitzenden Sebastian Rauer wurde die Friedensstandarte aus Neuengrün, die einen Monat im Burggrüber Gotteshaus St. Laurentius verweilte, an die Stockheimer Pfarrei St. Wolfgang übergeben.

"Der Weltfrieden, wie im Kleinen so im Großen, ist uns sehr wichtig", so die Mitorganisatoren Oliver Kraus (Stockheim) und Angelika Rosenbauer-Chukwu (Burggrub). Das Streben nach Frieden und Gerechtigkeit sei, so Pfarrer Foltin, immer aktuell. Trotz aller Rückschläge und Krisen auf dieser Welt zeigen sich überall die Spuren des Paradieses. Vielfach sei durch die Corona-Krise Stille eingekehrt. Sie biete eine Chance der inneren Einkehr. Und in jedem befinde sich ein Platz für die Liebe. Schließlich sei jeder gehalten, sich für seine Mitmenschen einzusetzen, die Schwachen zu unterstützen. Schwerter zu Pflugscharen zu machen, das sei weltweit das Gebot, denn der Friede sei allerorten bedroht.

Nach der Friedensandacht übernahmen Pfarrgemeinderatsvorsitzende Martina Zimmermann und Kirchenpflegerin Elvira Ludwig die Friedensstandarte für Stockheim. Seit sieben Jahrzehnten wandert sie von Gemeinde zu Gemeinde. Auch wenn für manche die Friedenswallfahrt nach Neuengrün ein verstaubtes Relikt sein mag, so bleibt die Bitte nach Frieden nach wie vor aktuell. Schließlich erreichen uns täglich Nachrichten von Krieg, Not und Unterdrückung auf der ganzen Welt. Die Hassbereitschaft, so die Organisatoren, verbreite sich besonders durch die sozialen Netzwerke wie ein Virus aus und sei hochansteckend.

Am Sonntag, 28. Juni, findet um 17 Uhr in der St.-Wolfgangs-Kirche in Stockheim ein weiteres Friedensgebet statt. gf