Bernhard Pazer

Zwei Stadträte hielten am Donnerstagabend ihre erste Haushaltsrede: Nicolai Schaufler für die "Partei" und Konrad Körner als Chef der JU-Liste, die im Mai mit zwei Mandaten neu in den Stadtrat gewählt wurde und zusammen mit der CSU eine Fraktionsgemeinschaft bildet.

Schaufler gab sich bemüht witzig , als würde man das von der Satirepartei unbedingt so erwarten: "Als Neuling war es im ersten Jahr als Stadtrat spannend zu beobachten, dass Satire hier meist gar nicht von mir übernommen werden musste". Dann fand er aber doch Inhalte und freute sich zum Beispiel über den "Sicheren Hafen" Herzogenaurach . Dem Haushalt stimmte er als Gesamtpaket zu.

Konrad Körner (JU) hielt eine pointierte Rede. Er vermisste bei den Investitionen seit Jahren einen Masterplan, vieles sei angekündigt worden, manches stehe hinten an. Vor 2030 werde man zum Beispiel keine Stadthalle haben und müsse mit dem Vereinshaus, quasi dem Zombie unter den Stadthallen, zufrieden sein. Manchmal erinnere ihn die die Situation des Bürgermeisters an den Zauberlehrling: Zu viel auf einmal gewollt, und nun stehe er in der Krise da und "die Geister, die er rief, die wird er nicht mehr los!" Kritisch merkte Körner auch an, dass genau das eingetreten sei, wovor viele die letzten Jahre immer gewarnt hätten: Die prognostizierte Gewerbesteuereinnahmen liegen erstmals unter den Personalkosten und diese seien in sechs Jahren um die Hälfte gestiegen.

Manfred Welker (FW) sagte, er sei nicht überzeugt vom Haushalt, schon wegen der Großprojekte Südumgehung ("ein reiner Zubringer für die eine große Firma in Herzogenaurach ") und Rathausneubau, die von der Fraktion abgelehnt werden. Ergo: Welker lehnte den Haushalt ab. Zugestimmt hat hingegen Michael Dassler ( FDP ), "obwohl ich kein Freund der Südumgehung bin". Aber es sei wie mit der Stub, die er auch nicht mag: "Wenn sie sein soll, dann bauen wir sie."

Über die Positionen von SPD , CSU und Grünen sowie den Haushalt haben wir ausführlich im Vorfeld der Haushaltssitzung berichtet. Zehn Anträge wurden zum Haushalt eingereicht, darunter acht von der CSU (wir berichten noch).