Karl-Heinz Hertlein von der Christlich Sozialen Union ist nun offiziell Bürgermeister des Marktes Weisendorf . Auch seine Stellvertreter und ein neuer Gemeinderat wurden vereidigt. Hans Kreiner, der älteste der anwesenden Marktgemeinderäte, nahm Karl-Heinz Hertlein den Amtseid ab. Der 56-Jährige bisherige zweite Bürgermeister ist damit nach der außerordentlichen Wahl am 17. Januar nun offiziell Erster Bürgermeister des Marktes Weisendorf . Die Bestellung des neuen Bürgermeisters , unter Leitung des neuen zweiten Bürgermeisters , war dann nur eine Formsache.

"Es ist heute kein Grund für große Reden", erklärte der Bürgermeister , denn der überraschende Tod von Heinrich Süß habe für eine Veränderung in Weisendorf gesorgt, und eine Feier sei nicht angebracht. In einer kurzen Rede bedankte sich der vereidigte Bürgermeister für das "überwältigende Vertrauen", das die Bürger von Weisendorf ihm bei der Wahl entgegengebracht hätten und das mit einem eindeutigen Auftrag verbunden sei. Den Fraktionen und allen Mitgliedern des Marktgemeinderates biete er eine konstruktive, kommunikative und wertschätzende Zusammenarbeit an, auch für die Bürger werde er ansprechbar sein, versprach Hertlein. Außerdem wolle er die "aktive Verwaltung" weiterführen, denen er für die nicht ganz leichte Arbeit der vergangenen Monate dankte. Er wolle mit "vollem Einsatz für die Entwicklung der Gemeinde" arbeiten.

Wie bereits mehrmals berichtet, musste wegen dem Tod von Bürgermeister Heinrich Süß, der bei der Kommunalwahl am 15. März des vorigen Jahres mit über 70 Prozent in seinem Amt bestätigt wurde, ein Nachfolger gewählt werden. Der bisherige Zweite Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein setzte sich mit 60,05 Prozent gegen seine beiden Mitbewerber Ernst Rappold (Grüne) und Franz Dellermann (UWG) durch.

Simon Ort rückt nach

Hertleins Platz im Marktgemeinderat übernimmt der 28-jährige Simon Ort, der ebenfalls vereidigt wurde. Der Oberlindacher tritt damit in die Fußstapfen seines Vaters Lothar, der im Mai 2014 verstarb und bis zum 30. April 2014 dem Marktgemeinderat 23 Jahre angehörte. "Ich habe in seiner Zeit als Gemeinderat viel mitbekommen, ihm war Weisendorf mit den Ortsteilen sehr wichtig, die Einstellung meines Vaters war auch ein Grund mit gewesen, als Gemeinderat zu kandidieren", erklärte Simon Ort in der Sitzungspause.

Bei der Wahl der weiteren Stellvertreter unter strengen Hygienevorschriften gab es ein Patt, und letztlich musste das Los entscheiden. Zum Zweiten Bürgermeister wurden Stefan Groß (FW) und Jutta Kattner von der Unabhängige Wählergruppe Buch-Nankendorf (UWG) vorgeschlagen. Stefan Groß wurde im Mai des vergangenen Jahres vom verstorbenen Rathauschef Süß als Dritter Bürgermeister vereidigt. Bürgermeister Hertlein schlug ihn als seinen Vertreter vor und wurde von Friedrich Mümmler unterstützt. Beide betonten, dass der Kairlindacher Groß gerade in den vergangenen Monaten hervorragend mitgearbeitet habe und auch Verantwortung übernommen habe.

Die Unabhängige Wählergruppe Buch-Nankendorf als zweitstärkste Fraktion schlug Jutta Kattner als Zweite Bürgermeisterin vor und verwies auf die guten Wahlergebnisse . Die stellvertretende Vorsitzende der UWG engagiere sich zudem für Weisendorf und bei zehn Frauen im Marktgemeinderat . Es sei angemessen, dass ein Frau Verantwortung übernehme, wurde zudem argumentiert. Die CSU-Fraktion wollte ebenfalls eine Frau als Stellvertreterin, und Hans Kreiner schlug Angelika Tritthart vor, die bis Mai 2020 bereits das Amt als dritte Bürgermeisterin ausübte.

Bei Auszählung der 21 Stimmzettel des Wahlausschusses mit Günther Vogel (BWG-FW), Katrin Rascher ( SPD ) und Christiane Kolbet von Bündnis 90/Die Grünen gab es gleich die erste Überraschung. Jeweils zehn Stimmen entfielen auf Jutta Kattner sowie Angelika Tritthart und ein Stimmzettel war ungültig. Beide mussten in die Stichwahl, mit der hatte auch die Verwaltung nicht gerechnet, die Sitzung musste unterbrochen werden, um neue Stimmzettel für den zweiten Wahlgang zu drucken.

Überraschung dann ebenfalls nach dem zweiten Wahlgang: Das Wahlergebnis änderte sich nicht, und wiederum gab es ein Patt sowie eine ungültige Stimme.

Geschäftsleiterin und Bürgermeister Hertlein erläuterten, dass das Los entscheiden müsse. Diese Aufgabe durfte ebenfalls Hans Kreiner übernehmen, und er zog das Los mit dem Namen "Angelika Tritthart" aus der Wahlurne.

Bei der nächsten Sitzung werden auch die Ausschüsse neu besetzt. Abschließend gab der Bürgermeister bekannt, dass Weisendorf aus dem Förderprogramm "Sonderbudget Leihgeräte" von der Regierung von Mittelfranken eine Zuwendung von über 5500 Euro erhalte. Gekauft wurden davon elf iPads für die Schule. Bei der Gemeinde verbleibe ein Eigenanteil von 232 Euro.