Arnt Uwe Schille ist der neue Vorsitzende der SPD in Lichtenfels. Seine Stellvertreter sind Ina Dorsch und Sven Eisele. Neue Schriftführerin ist Ingrid Bogdahn, Kassier bleibt Christoph Späth. Mit Helmar Zipp wurde ein langjähriger Stadtrat verabschiedet. Das erbrachte die Jahresversammlung im Lichtenfelser Stadtschloss.

Es war die erste Versammlung des Ortsvereins nach der Kommunalwahl im März. Die 25 Genossen brauchten im Stadtschloss aufgrund der Hygienevorschriften ebenso viel Platz wie die 120 bei der Nominierung des Bürgermeisterkandidaten im November 2019. Diesen Zeitraum überblickte Bürgermeister Andreas Hügerich: "Ich habe eine unglaubliche Unterstützung im Wahlkampf erhalten. Jeder hatte daran seinen Anteil. Wir sind heute die stärkste SPD, die es je in Lichtenfels gab."

Das hat auch Auswirkungen auf den Kreistag, wie stellvertretende Landrätin Monika Faber betonte: "Wir haben vier Lichtenfelser im Kreistag. Unsere Kandidaten über 60 Jahre wurden gut gewählt." Den Erfolg erklärte der Fraktionsvorsitzende im Lichtenfelser Stadtrat, Arnt Uwe Schille: "Wir sind in der Fraktion ein bunter, strittiger Haufen, der Ideen aus allen Richtungen zusammenträgt, nicht nur die Vorschläge der Verwaltung abnickt. Diese Impulse bringen die Stadt voran."

Drei Gesichter werden aus der ersten Reihe der SPD in Lichtenfels verschwinden. Der bisherige Vorsitzende Markus Püls möchte "aus beruflichen Gründen vorübergehend" kürzertreten. Helmar Zipp hat sich nach 29 Jahren im Stadtrat entschieden, nicht mehr zu kandidieren. Und Ralf Schneider hat Lichtenfels verlassen.

Warum Zipp links steht

Monika Faber lobte das Engagement von Zipp, der "jetzt mit 75 Jahren verdient hat, ruhigeren Zeiten entgegenzusehen". Die Themen des Rettungssanitäters lagen im Sozialen, seine Leidenschaft war der Bau- und Umweltausschuss. "Du warst immer kritisch, hast dich nicht verbiegen lassen und als Demokrat auch Mehrheitsbeschlüsse akzeptiert, die dir nicht gepasst haben." Der scheidende Vorsitzende Püls ergänzte: "Du hast dich immer für Schwächere in der Gesellschaft eingesetzt, ohne großes Aufhebens darum zu machen."

Zipp erklärt das so: "Wir waren fünf Kinder zu Hause. Ich weiß, wie es ist, arm zu sein. Und ich tue anderen einfach gerne einen Gefallen. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum ich etwas weiter links stehe."

Ralf Schneider bekam seine Dankesworte als Videobotschaft aus dem Stadtschloss. Püls lobte ihn als einen Freund, der "durch sein strukturiertes Denken geholfen hat, unsere SPD voranzubringen". Püls selbst durfte hören, wie er als Vorsitzender bei seinen Mitglieder ankam: "Jeder, der das schon einmal gemacht hat, weiß, wie schwer es ist, eine Liste zusammenzustellen. Du hattest schlaflose Nächte und es ist dir am Ende gelungen, eine für uns gute und erfolgreiche Lösung zu finden. Du hast alle in schwierigen Zeiten zusammengehalten. Vielen Dank", lobte ihn Monika Faber, die selbst viele Jahre Vorsitzende des Ortsvereins war. "Die Verantwortung des Einzelnen ist, an andere zu denken. Das hast du gelebt. Auch wenn du nicht mehr Kapitän bist, bleib bei uns, wir brauchen dich", verabschiedete Arnt Uwe Schille seinen Vorgänger.

Wandel bei der SPD im Gang

Der Wandel in der Lichtenfelser SPD ist weiter in vollem Gange. Zwar war an dem Abend nur jede Fünfte eine Genossin, doch ausnahmslos alle wurden in die Gremien des Ortsvereins gewählt. Neben Ina Dorsch und Ingrid Bogdahn im Vorstand sind Monika Faber und Elke Eisele weitere Beisitzerinnen zusammen mit Benjamin Apel und Philip Bogdahn. Gudrun Rebhan ist Abgesandte für die Arbeitsgemeinschaft 60plus und Monika Faber für die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen. Stefan Dorsch und Rudi Eisele vertreten den Lichtenfelser Ortsverein bei den Jusos, Thomas Petrak und Dietmar Heinkelmann prüfen als Revisoren die Finanzen der SPD.

Ein Herzenswunsch von Helmar Zipp, für den er seit drei Jahrzehnten wirbt, ist bis heute übrigens nicht erfüllt. Seit seiner ersten Sitzung im Bauausschuss möchte er, dass die Stadt einen eigenen Hubwagen kauft, um beispielsweise die Weihnachtsbeleuchtung aufzuhängen. Dann müsste nicht jedes Mal ein Fahrzeug angemietet werden. Für den Abend musste sich Zipp mit einem Geschenkkorb zufrieden geben - aber Weihnachten steht ja bereits schon fast vor der Tür. red