Herzogenaurach — Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag, stellt der Helferbund im Stadtmuseum seine Arbeit vor. Konrad Eitel von der Flüchtlingsbetreuung wird von seinen Erfahrungen berichten.

Was sind die Hauptaufgaben der Flüchtlingsbetreuung?
Konrad Eitel: Die Hauptaufgaben sind es, die Menschen willkommen zu heißen und in allen Lebenslagen zu betreuen. Dazu gehören vor allem formale Dinge. Wir erklären zum Beispiel das Gesundheitssystem und begleiten zu Arztbesuchen. Aber auch bei der Bewältigung des Alltags helfen wir: Wir stellen Kontakte zu den Tafeln her, erklären, wie der Nahverkehr funktioniert, helfen bei der Eröffnung eines Bankkontos.

Was sind die größten Herausforderungen?
Es ist ein großes Problem, dass wir nicht genügend Dolmetscher haben. Man kann sich eigentlich immer rudimentär mit den Flüchtlingen verständigen, aber wenn es um rechtliche oder gesundheitliche Fragen geht, bekommt man oft Probleme. Und auch der Umgang mit Behörden ist ein schwieriges Kapitel, weil da die Erfahrungen sehr unterschiedlich sind. Es ist gut, dass in Herzogenaurach jetzt ein hauptamtlicher Sozialbetreuer eingestellt wurde. Aber da muss noch mehr getan werden.

Welche Möglichkeiten gibt es, sich zu engagieren?
Mitte Juni kommen 58 neue Flüchtlinge. Da brauchen wir wieder jede Menge Leute für alle möglichen Aufgaben, zum Beispiel Deutschkurse, Betreuung oder Behördengänge. Es definiert aber jeder selbst, was er leisten kann und will.

Das Gespräch führte Lena Alt