Mit einem voraussichtlichen Plus in der Ergebnisrechnung der Adelsdorfer Gemeindefinanzen von rund 2,8 Millionen Euro übertrifft 2016 das schon gute Ergebnis aus dem Jahr 2015 (plus 1,1 Millionen Euro) nochmals. Das berichtete Kämmerer Christian Jakobs in der Sitzung des Gemeinderats am Mittwochabend.
Dieses Resultat sei bedingt durch einmalige Steuermehrerträge, vor allem durch Nachzahlungen von Gewerbesteuer, die in 2017 nicht zu erwarten sind, sowie durch erhöhte Einkommensteueranteile wegen des Zuzugs von Neubürgern. Auch die von Rat und Verwaltung begonnen Konsolidierungsmaßnahmen zeigen Wirkung und sollten weiter fortgeführt werden, meinte Jakobs.
Nicht alle für 2016 geplanten Unterhaltsansätze seien vollständig aufgebraucht worden. Dies sei zum einen bedingt durch gute Ausschreibungsergebnisse, zum anderen durch die hohe Auslastung des technischen Bauamtes. Derzeit boome die Gemeinde in beinahe allen Ortsteilen. Schon den laufenden Unterhalt der gemeindlichen Infrastruktur mit nur zwei Personen zu stemmen sei fast ein Ding der Unmöglichkeit. Dazu kämen die zu überwachenden Großbauprojekte wie das Baugebiet am Reuthsee, der Bürgermeister-Trapp-Ring sowie die im Bau befindlichen Kitas.
Zur notwendigen Verwirklichung nicht bewältigter Maßnahmen wurden Rücklagen gebildet. Auch für die - aufgrund der Steuermehreinnahmen - zu erwartenden höheren Kreis- und Gewerbesteuerumlagen wurden Rücklagen gebildet.
Die verbesserte Ergebnislage ermöglichte es der Gemeinde im vergangenen Jahr, Flächen unter anderem für Ökoausgleich und den Wohnungsbau zu erwerben. Daneben stehen immer noch rund 1,5 Hektar gemeindliches Gewerbeland zum Verkauf, das demnächst noch intensiver beworben werden soll. Auch die größeren privaten Gewerbeflächen will man mit bewerben.
Nach der Rücklagenbildung, dem Ankauf von Grundstücken sowie notwendiger Mittelüberträge nach 2017 verbleibt ein bereinigter Finanzmittelüberschuss von rund 200 000 Euro. Die Gemeinde hat 2016 erstmals seit über zehn Jahren ganzjährig keinen Kassenkredit mehr aufnehmen müssen. Damit wird dem für den Zeitraum 2015 bis 2025 aufgestellten Konsolidierungskonzept gefolgt.
In der nachfolgenden Aussprache lobte Fraktionsvorsitzender Andreas Maier (CSU): "Die Haushaltskonsolidierung hat endlich gegriffen. Nun müssen wir den Blick nach vorne richten, denn große Dinge warten auf uns." Fraktionsvorsitzender Günter Münch (FW) zeigte sich zufrieden, dass die letzten drei Jahre Haushaltskonsolidierung Früchte tragen. "Wir müssen weiterhin gut haushalten und wirtschaftlich arbeiten, aber wir sind auf einem guten Weg." Michael Auer von den Grünen lobte alle Fraktionen. "Wir müssen aber die nächsten Jahre im Auge behalten, wo doch große Sanierungen anstehen." Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) selbst erklärte abschließend: "Das Jahr 2016 war gut und ich gehe davon aus, dass 2017 auch alles klappt."
Den Haushalt des laufenden Jahres hat die Rechtsaufsicht inzwischen geprüft und genehmigt, allerdings mit der kleinen Auflage, das Kreditaufnahmevolumen um 64 710 Euro auf 995 290 Euro zu senken. Der Gemeinderat stimmte dem Beschlussvorschlag zu, den Haushaltsplan entsprechend zu ändern. Abgesehen davon bleibt der im Dezember beschlossene Haushalt weiterhin gültig.