Ist es noch eine Hiobsbotschaft, wenn man wusste, dass es irgendwann soweit sein wird? Stimmen aus der Kommunalpolitik zu den Geschäftsstellenschließungen:

"Die Entscheidung hat sich ja abgezeichnet", sagt Alexander Tritthart, Landrat (CSU) und damit Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse. Das Gremium sei sich über alle Parteigrenzen einstimmig einig gewesen, dass an dem Umbau des Filialnetzes kein Weg vorbei führe. "Es ist leider so", sagt Tritthart. "Betriebswirtschaftlich notwendig, aber insgesamt ausgewogen", auch für die Standorte auf dem Land, findet der Landrat. German Hacker, Bürgermeister von Herzogenaurach (SPD) und ebenfalls im Verwaltungsrat, sagt, die Sparkasse müsse den Realitäten ins Auge blicken. Onlinebanking, Kartenzahlung, Geldabheben im Supermarkt: "Die Leute haben mit den Füßen ja bereits abgestimmt."

"Gerade für Zentbechhofen, aber auch für Lonnerstadt äußerst bedauerlich. Aber es war absehbar", sagt Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL). Die Entscheidung sei "politisch nicht schön", aber "wohl rein finanziell in gewisser Weise unausweichlich". 2017 gehörte er zu den Kritikern der Fusion der beiden Sparkassen. Ist dies nun ein Resultat? Sicher hätte auch eine autarke Sparkasse Höchstadt kürzen müssen. Aber vielleicht nicht in der Vehemenz. "Eine tiefere Bewertung erübrigt sich. Das ist Schnee von gestern", so Brehm. Das Verhältnis zum Vorstand sei sehr gut. Das Versprechen, nach der Fusion das Mittelzentrum Höchstadt nicht zu schwächen, sondern noch etwas auszubauen, sei eingelöst worden.

"Für unser Dorf finde ich es sehr schade", sagt Regina Bruckmann, Bürgermeisterin von Lonnerstadt (FW). Sie sei vor kurzem vom Vorstand der Sparkasse informiert worden. Dass es bald keinen Geldautomaten mehr geben wird, sei ein Verlust, das könne man nicht beschönigen. Doch wenn die Entscheidung rein buchhalterisch sein müsse, dann müsse Lonnerstadt sich wohl damit abfinden. bau