„Des war mal wieder Zeit, allerhöchste Zeit“ – so kommentierte ein Besucher am Samstagabend das Hoffest am Anwesen Gasthaus Faber-Rädlein und meinte damit das langsame Ende der Einschränkungen während der Pandemie . „Großen Respekt“, so eine Besucherin, zolle sie Gastwirt Uwe Rädlein für sein Engagement und den Mut, nach „der freudlosen Zeit mal wieder was auf die Beine zu stellen“.

Das Fest sollte im Freien stattfinden, doch am Nachmittag machte eine breite Regenfront einen Strich durch die Rechnung. Und so wurden kurzerhand Tische und Bänke in die nahe Scheune gebracht, wo man trockenen Fußes feiern konnte. Neben den bekannten kulinarischen Gerichten aus der Wirtsküche schenkten Andreas Engmann, Patrick Hörner und Patrick Rädlein ihre neue eigene Ermershäuser Bier-Kreation „Ermetzer“ aus.

Nach der Zwangspause genossen die sechs Musikanten von „häisd“n däisd … vom mee“ sichtlich ihren Auftritt. Sie präsentierten neue Lieder aus dem aktuellen Programm „Eigentlich g’hört draufghaut“, das sie während der Pandemie eingespielt hatten – Kalauer ohne Ende von Frontman Stefan über aktuelle Themen von den Handys, der Corona-Impfung , dem Datenschutz im ärztlichen Wartezimmer über W-LAN bis zu „Klugscheißern“. Das Sextett zeigte sich in seinem neuen Programm überaus politisch und sozialkritisch – legte Wunden offen, wo „draufghaut g’hört“. Digitaler Impfpass? „Brauchen mir net, mir senn vom Land, da gibt’s sowieso ka Netz.“ Neben ihren ureigenen Instrumenten Trompete , Posaune , Tuba , Akkordeon und zwei Klarinetten spielte jeder mehrere andere Instrumente wie Xylofon, Saxofon , Trommeln, Glöckchen, Kuhhorn, Melodica oder Kontrabass. Ihre Musik ist jazzig und funky geworden; Swing und Ragtime wechselten sich ab. Bis zum Rap gaben sie viele Facetten zu Gehör – und das auf hohem, fast schon sinfonischem Niveau.

Beim Lied mit den Bauhelmen und Rohrnudeln musste der Zweite Bürgermeister der Gemeinde Bundorf, Reinhold Strohschön, als einzig anwesender Politiker herhalten, damit er „was auf den Helm kriegt“, wie Frontmann Stefan kalauerte. Nach drei Stunden und drei Zugaben entließ Gastwirt Uwe Rädlein die Truppe – nicht ohne das Versprechen einzufordern, dass sie zum 100-jährigen Bestehen der Gasthaus-Scheune in zwei Jahren wieder auftreten.