Als "Sitzung in einem ungewöhnlichen Rahmen" eröffnete Rödentals Bürgermeister Marco Steiner (FW) am Montag die konstituierende Sitzung des Rödentaler Stadtrats. Ungewöhnlich war schon der Tagungsort. An Stelle des Sitzungssaales im Rathaus trat die Franz-Goebel-Halle. Nur dort ließ sich der in Corona-Zeiten geforderte Abstand einhalten. Maskenpflicht am Eingang, desinfizierte Hände an Stelle eines Händedrucks - und keine Chance, sich für ein Gruppenfoto aufzustellen - Corona eben.

Mit der Vereidigung von gleich acht neuen Mitgliedern ist der Stadtrat nun für die neue Amtszeit von sechs Jahren aufgestellt. Die Aufgaben, die sich das Gremium noch in der vorangegangenen Wahlperiode gestellt hatte, müssen fortgesetzt werden. "Wir haben unseren Haushalt rechtzeitig verabschiedet und genehmigt bekommen", sagte Marco Steiner. Damit sei gesichert, dass es mit den großen Projekten, die bereits laufen, weiter gehen kann. Er nannte den Wohnmobilstellplatz, die Sanierung der Schule in Einberg und den Bau eines neuen Feuerwehrhauses in Mittelberg als Beispiele.

Stellvertreter bleiben

Nach der Vereidigung der neuen Mitglieder galt es für das Gremium, die Stellvertreter des Bürgermeisters zu bestimmen. Hans-Joachim Lieb (FW) räumte ein, dass die Freien Wähler als stärkste - und bei der Wahl noch einmal gestärkte - Fraktion schon darüber gesprochen haben, einen weiteren Posten neben dem des Bürgermeisters für sich zu beanspruchen.

Doch: "Angesichts der guten Zusammenarbeit und der Harmonie im Stadtrat in der alten Konstellation verzichten wir auf einen Kandidaten", erklärte Lieb. Die alte Konstellation sah Thomas Lesch (SPD) als Zweiten Bürgermeister. Die SPD hatte bei der Kommunalwahl Stimmen verloren. Trotzdem bescheinigte auch Elmar Palauneck für die CSU Thomas Lesch eine gute Arbeit. Die CSU verzichte daher auf einen eigenen Kandidaten für den Posten des ersten Stellvertreters. In geheimer Abstimmung entfielen zwar je eine Stimme auf Gerd Mücke (CSU), Ulrich Leicht (Grüne) und Maria Preissler (FW), doch kann sich Thomas Lesch in der neuen Wahlperiode als Zweiter Bürgermeister mit 22 Stimmen auf eine breite Zustimmung seiner Stadtratskollegen stützen.

Für Gerd Mücke, der bereits bisher Dritter Bürgermeister war, fiel das Ergebnis gar einstimmig aus.

Weil Dr. Wolfgang Hasselkus darum bat, bei der Festlegung der weiteren Stellvertreter des Bürgermeisters nicht eingebunden zu werden, was ihm als dienstältesten Mitglied des Gremiums zugestanden hätte, wurde die Regelung geändert und jede Fraktion benannte einen weiteren Vertreter. Für die Reihenfolge wurden SPD und CSU nach hinten gesetzt, weil sie ja bereits Stellvertreter des Bürgermeisters stellen. Die ersten beiden Positionen wurden per Abstimmung an Jochen Lieb und Ulrich Leicht vergeben. Danach folgen dann Dr. Wolfgang Hacker (CSU) und Herbert Krug SPD).

Mehr Gewicht für Klimaschutz

Die Zusammensetzung der Senate und Ausschüsse wurde, wie vom Städtetag empfohlen, nach Hare-Niemeyer errechnet. Demnach bekommen in den großen Ausschüssen mit zehn Mitgliedern die Freien Wähler je vier, alle anderen Fraktionen jeweils zwei Sitze. Klaus Taubmann (AfD) ist in Senaten nicht vertreten, weil er keiner Fraktion angehört.

In Gremien mit sieben Sitzen erhalten die FW drei, die CSU zwei Sitze, SPD und Grüne je einen Sitz. Neu geschaffen wurde ein eigener Feuerwehrausschuss. Analog zum bereits existierenden Arbeitskreis Tourismus wird es in Zukunft einen Arbeitskreis Klimaschutz geben, der den Bau- und Umweltsenat in Klimafragen unterstützen soll.

Dr. Wolfgang Hasselkus bleibt der Seniorenbeauftragte des Stadtrates. Mit der 22-jährigen Maria Preissler hat das Gremium jetzt eine Jugendbeauftragte, die im Alter der Zielgruppe näher ist, als ihre Vorgängerinnen in den vorangegangenen Wahlperioden, Jutta Franz (FW) und Ingrid Ott (CSU).