von unserer Mitarbeiterin Sonja Adam

Stadtsteinach — Bislang war der Kreativwettbewerb der Schreiner ein einziger Spaß - auf freiwilliger Basis. Aus einem Tütchen voller Platten, Leisten, Schrauben, Rundhölzern und Leim sollten Schüler etwas entstehen lassen. Ob sie ein Vogelhäuschen, ein Schreibtischutensil oder andere kreative Ideen umsetzten, blieb den jungen "Handwerkern" überlassen.
In diesem Jahr gingen die Schreiner neue Wege. Sie gaben ein Projekt vor. Und das lautete: Insektenhotels. Die Mittelschule Stadtsteinach-Untersteinach setzte noch eine Idee obendrauf. Sie verankerte den Kreativ-Wettbewerb der Schreiner fest im Unterricht.

Insektenhotels gebaut

Unter der Regie von Technik lehrerin Lydia Fürstenau recherchierten die Siebtklässler der Ganztagesklasse im Internet, welche Anforderungen ein Insektenhotel eigentlich erfüllen muss.
Die Jungen und Mädchen ließen sich von verschiedenen Vorschlägen inspirieren und fertigten dann eine Zeichnung an. Erst danach setzten sie im Unterricht ihr Projekt in die Tat um. "Die Vorgehensweise war ganz anders als sonst", erklärte Lydia Fürstenau. Und dass dies gar nicht so einfach war, stellten die Kids schnell fest. Denn oft steckte der Teufel im Detail. "Zwischen Idee und Umsetzung ist ein weiter Weg. Viele haben festgestellt, dass es nicht einfach ist, das, was sie sich vorgestellt haben, auch zu bauen", pflichtete Carina Schneider ihrer Kollegin bei.
Marco Seuss, Jannik Franz und Vanessa Schöttner haben als Trio ein Insektenhotel gebaut. Dieses sollte eine Wabenform haben. "Wir wollten eine andere Form, mir hat die Wabe so gut gefallen, deshalb habe ich die andere überzeugt", sagte Vanessa Schöttner. Doch die Winkel in der Wabe waren viel schwieriger zu bauen als bei einem viereckigen Insektenhotel.

Schreiner als Beruf?

Auch Nico Süß und Felix Heinisch haben gemeinsam an dem Projekt gearbeitet. "Ich könnte mir vorstellen, Schreiner als Beruf zu machen", sagte Nico Süß und hatte sichtlich Spaß am Bauen und Konstruieren. "Mir hat das Projekt auch Spaß gemacht, aber ich gehe mal in den Einzelhandel", war sich Felix Heinisch indes sicher.
Richtig gut angestellt haben sich auch die Mädchen. Doch Schreiner als Beruf wollte keine so recht in Erwägung ziehen. "Es war schon schwer", sagte Branka Skok (15).
Schreinermeister Jürgen Bodenschlägel hat den Versuch, das Projekt im Unterricht zu verankern als äußerst positiv erlebt. "Dass wir ein definiertes Thema haben, macht die Bewertung leichter", so Bodenschlägel.
"Wir haben jetzt als Modellschule den Kreativwettbewerb im Unterricht verankert und das als sehr gut empfunden", hoffte Schulleiter Michael Pfitzner, dass auch andere Schulen in Zukunft so vorgehen werden.
Auch Schulamtsdirektor Mario Schmidt zeigte sich begeistert von den Erfolgen und merkte an, dass die Schüler beim Modellversuch eben nicht nur für den Wettbewerb arbeiteten, sondern auch Noten erhielten.

Zukunft noch ungewiss

In welcher Jahrgangsstufe der Wettbewerb allerdings im Unterricht verankert werden kann und an welchen Schulen, steht noch nicht fest.
"Aber die Betriebe haben über diesen Wettbewerb natürlich auch die Möglichkeit, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern", sah Schulleiter Michael Pfitzner einen weiteren positiven Aspekt.