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Ebensfeld

Häuslebauer müssen aufs Land

Das Ebensfelder Kommunalgremium beschließt Neubaugebiete in Prächting und Kleukheim.
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Von der Hauptstraße in Prächting bis zum Kellbach (direkt vor der Baum-/ Buschreihe) verläuft das Neubaugebiet Am Brauhausweg II.
Von der Hauptstraße in Prächting bis zum Kellbach (direkt vor der Baum-/ Buschreihe) verläuft das Neubaugebiet Am Brauhausweg II.

Es ist eine Situation, die aktuell in vielen Gemeinden vorkommt, und den Rathauschefs mehr oder weniger graue Haare wachsen lässt. Wie auch Bernhard Storath, dem Bürgermeister der Marktgemeinde Ebensfeld. "Wir haben uns die Goschn fransig geplaudert - wie man auf fränkisch sagt -, aber die geben nix her." Die Rede ist von den nicht wenigen Besitzern von Bauplätzen und Grundstücken, die sich im Kernort und in den umliegenden Gemeindeteilen in privater Hand befinden und nicht verkauft werden.

Verständlich wegen der aktuellen Lage? Weil es keine Zinsen auf der Bank gibt? Und weil man niemanden zu etwas zwingen kann. Außerdem gibt es keinen Bauzwang. Der Bedarf und die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist aber ungebrochen da. Die Gemeinde entschloss sich also außerhalb, in Prächting und Kleukheim, neue Bebauungen zuzulassen. In Prächting wird am Ortseingang  - von Ebensfeld kommend rechts - das neue Wohngebiet Am Brauhausweg II entstehen,  in Kleukheim das Wohngebiet An der Oberleiterbacher Straße. Bei der Sitzung der Marktgemeinderates am Dienstagabend wurden nun die Stellungnahmen der öffentlichen Auslegung behandelt.

Prächting: Das Landratsamt möchte zuerst ein Lärmgutachten, da es von der neuen Staatsstraße 2187 Ebensfeld-Scheßlitz ein höheres Verkehrsaufkommen und somit höhere Lärmemissionen befürchtet. Die Gemeinde wird also eine schalltechnische Berechnung in Auftrag geben und eventuell Schutzmaßnahmen in ihren Bebauungsplan aufnehmen. Da es sich bei dem Baugebiet außerdem teilweise um eine Hangfläche handelt, soll sichergestellt werden, dass unkontrolliert abfließendes Wasser keine Anlieger beeinträchtigt. Zur Lage des Gebietes am nahen Kellbach gab das Wasserwirtschaftsamt Kronach folgende Stellungnahme ab: "Aus wasserwirtschaftlicher Sicht bestehen keine Bedenken gegen das Baugebiet. Das Baugebiet ist von einem Hochwasser des Kellbaches, das statistisch alle 100 Jahre auftritt, nicht betroffen."

Die Grünen sind dagegen

Otto Weidner und Barbara Schatz (Die Grünen) war der Flächenverbrauch dieses bisher landwirtschaftlich genutzten Areals ein Dorn im Auge. Entsprechend lautete das Abstimmungsergebnis zu diesem Punkt 18 Ja- und zwei Gegenstimmen. Bis zur nächsten Sitzung werde das Lärmgutachten vorliegen, so Bernhard Storath.

Kleukheim: Baulücken in der Umgebung können nicht genutzt werden, weil von den Besitzern keine Verkaufsbereitschaft käme. Aktuell werde auch im Neubaugebiet An der Oberleiterbacher Straße die Fläche als Acker bewirtschaftet, straßenbegleitend stehen südlich Obst- und nördlich Nussbäume. Von Westen soll zunächst ein Erdwall aufgeschüttet werden. Hier machten das Landratsamt und der Bund Naturschutz (BN) etliche Vorschläge zur Begrünung, wobei der BN auch hier grundsätzlich die Ausweisung dieses neuen Baugebietes strikt ablehnt. Das Wasserwirtschaftsamt Kronach stellt außerdem die besondere Güte des Bodens im geplanten Gebiet fest und rät, in Absprache mit der Unteren Bodenschutzbehörde und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten diesen guten "Aushub" landwirtschaftlich an anderer Stelle zu verwerten. Die Erschließung, so das Staatliche Bauamt Bamberg, erfolge ja über eine neue Ortsstraße und dann über die bestehende Oberleiterbacher Straße an das überörtliche Straßennetz. So seien keine nachteiligen Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit oder sonstige öffentliche Verkehrsinteressen zu erwarten.

Keine Freileitungen

Das Amt für Digitalisierung und Vermessung in Coburg empfiehlt, wegen der Katasterführung baldmöglichst Straßennamen und Hausnummern zu vergeben. Außerdem weist es darauf hin, dass Grenzzeichen, die im Zuge der Baumaßnahmen verändert oder zerstört worden sind, auf Kosten des Verursachers wiederhergestellt werden. Obwohl im Bereich des überplanten Gebiets eine 20-kV-Freileitung der Bayernwerk Netz GmbH verläuft, bestätigte Bürgermeister Storath erneut, dass es keine Freileitungen über dem Baugebiet geben werde.

Nach Behandlung aller fristgemäß eingegangenen Stellungnahmen stimmten die Gemeinderäte mit 18 zu zwei Stimmen (Gegenstimmen: Otto Weidner und Barbara Schatz) dafür und somit konnte der Entwurf des Bebauungsplans als Satzung beschlossen werden. "Wir können jetzt in die Ausschreibung und in die Umsetzung gehen", so abschließend Storath.

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