Sabine Memmel

Nach mehreren Anträgen auf Haftaufschub und der Vorlage diverser Atteste sitzt die Lebensgefährtin des Gurus von Lonnerstadt nun seit kurz vor Ostern in Haft. Das bestätigte Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke gestern auf telefonische Nachfrage des FT. Bereits Ende Februar erreichte sie eine Aufforderung zum unverzüglichen Haftantritt, zu dem sie aber nicht erschienen war.
Jetzt wurde die 50-Jährige von der Kriminalpolizei Erlangen in dem von ihnen gemieteten Wohnhaus in Ailsbach, in dem sie gemeinsam mit Gerhard L. (57) lebte, abgeholt und in die für sie zuständige Justizvollzugsanstalt gebracht. Wo diese ist, darüber gibt Gabriels-Gorsolke keine näheren Informationen. Widerstand leistete die Lebensgefährtin nicht.


Keine Fluchtgefahr

Der Guru selbst bleibt vorerst weiter auf freiem Fuß. Seine Beschwerde liegt nach wie vor dem Oberlandesgericht in Nürnberg vor. Das für ihn zuständige Gefängnis prüft zudem, ob die von ihm angegebenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen eine Haftaufnahme ermöglichen oder nicht. Fluchtgefahr bestehe laut Gabriels-Gorsolke aber nicht.
Gerhard L. und seine Lebensgefährtin waren zuerst 2014 vom Landgericht Nürnberg-Fürth zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil sie dem damals 15-jährigen Sohn der Lebensgefährtin keine Medikamente gegeben hatten, obwohl er an Mukoviszidose erkrankt ist. Dadurch sei er in eine "potenziell lebensbedrohliche Situation" geraten. Eine Revision wurde vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe im August letzten Jahres verworfen.