Andreas Oswald

Der öffentliche Nahverkehr im Landkreis Forchheim befindet sich auf der Überholspur: das ohnehin gut ausgebaute Bussystem soll noch besser werden. Entspanntere Fahrpläne, mehr Fahrgastkapazitäten, barrierefreie Fahrzeuge und Haltestellen und eine Ausweitung der Busfahrzeiten in die Abendstunden sind geplant. Dies ist das Ergebnis der Beratungen im Kreisausschuss, in dem es um die Linienausschreibungen und die Fortschreibung der Nahverkehrsplanung ging.
Bereits im Verkehrsausschuss war diese Thematik vordiskutiert worden - jetzt gab der Kreisausschuss grünes Licht. "Ein Signal nach außen", betonte Kreisrat Edwin Dippacher (CSU). Der Plan sei ausgerichtet auf Qualität und Service für die Bürger, die sich künftig noch besser durch den Landkreis bewegen könnten.
Beifall kam auch von der SPD. Kreisrat Wolfgang Fees zeigte sich besonders erfreut über den Ausbau des Park&Ride-Systems. Die sieben Bahnhaltepunkte, die bislang noch keine Pendlerparkplätze haben, sollen mit entsprechenden Stellplätzen versehen werden.
Karl Waldmann von den Grünen bekräftigte noch einmal den Antrag seiner Fraktion auf Ausweitung der Busfahrzeiten in die Abendstunden. Denn die moderne Lebenswelt der Menschen habe sich verändert. Ladenöffnungszeiten bis 20 Uhr seien normal. Dies betreffe im Einzelhandel Beschäftigte ebenso wie Kunden, die abends noch unterwegs seien, um Besorgungen zu machen. Ein Alltag, der pünktlich um 9 beginne und um 17 Uhr ende, entspreche nicht mehr der Lebenswirklichkeit. Mit Blick auf den Umweltschutz forderte Waldmann zudem Busse, die der sogenannten Euro-6-Norm entsprechen - und schrittweise den Einsatz von Elektrobussen.
Mit dem Vorschlag der Grünnen hinsichtlich der Ausweitung der Fahrzeiten konnte sich Sebastian Körber (FDP) anfreunden, nicht aber mit den EU-Normen. Er warnte davor, technologische Vorschriften zu erlassen - vielmehr solle man die Ausstattung der Fahrzeuge im Rahmen des Erforderlichen den Betreibern überlassen. Schließlich forderte Körber noch Zeichen zu setzen und die für 2020 anvisierte Umsetzung der Pläne auf 2019 vorzuziehen. Manfred Hümmer (FW) nannte die Fortschreibung der Nahverkehrsplanung "einen Schritt in die richtige Richtung". Zugleich begrüßte er den Vorstoß der Grünen zu einer Individualisierung der Bustaktung. Im Gegensatz zu Sebastian Körber befand Hümmer es indes für notwendig, bei der Fahrzeugauswahl technische Umweltkriterien zu erfüllen.
Frithjof Dier vom Landratsamt erklärte, dass man sich bei der Festlegung von Umweltstandards nur nach den Klassifizierungen richten könne, die es in Deutschland gebe. Dies sei die Euro-6-Norm. Auch Elektrofahrzuge könnten diese Norm nicht übertreffen. Wie der für den ÖPNV zuständige Sachgebietsleiter Klaus Hummel erklärte, sei im nächsten Jahr die Teilfortschreibung des Nahverkehrsplanes vorgesehen, mit dem Focus auf die Barrierefreiheit. Er bat die Bürgermeister der Gemeinden, auf alle Fälle entsprechende Haushaltsmittel zum barrierefreien Ausbau der Haltestellen für 2018 bereit zu stellen. Wer es sich leisten könne, gerne auch bereits für 2017.


Südanbindung wird optimiert

Gute Nachrichten auch für die lange geforderte Verbesserung der Südanbindung nach Erlangen, zur Uni und dem Siemens-Campus. Wie ÖPNV-Planer Klaus Hummel berichtet haben die Erlanger Stadtwerke neue Busverbindungen von Buckenhof-Spardorf direkt in den Süden Erlangens angeboten. Die Inbetriebnahme erfolge voraussichtlich schon zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember.
Auf der Linie 209 seien Verbesserungen durch einen zusätzlichen Gelenkbus und einen Niederflurbus in Sicht.
Dies trage sowohl zur Entspannung der Fahrgastkapazität als auch des Fahrplanes bei. Damit könnten die Zuganschlüsse in Eschenau und Erlangen besser erreicht werden, erklärt Klaus Hummel.