Veronika Schadeck Marktrodach —  Die Kandidaten der Wählergemeinschaft "Menschen für Marktrodach" wollen nicht nur die Lebensqualität in ihrer Gemeinde sichern, sondern auch einen "grünen Gewerbepark". Sie wollen Ökologie und Ökonomie vereinen. Sie wollen, dass Unternehmer nicht nur einen Beitrag für die Erreichung der Klimaziele leisten, sondern für Gewerbetreibende auch günstige Strompreise erzielen und sie von Umlagen entlasten. Bei der Nominierungsversammlung war nun der Geschäftsführer und Gründer von Energie-Münch, Mario Münch, vor Ort, um die Anwesenden zu informieren, wie ein Grüner Gewerbepark und Energiemanagement eines Unternehmens funktionieren können.

Als Projekt für einen grünen Gewerbepark können sich die Kandidaten der Wählergemeinschaft den "Gries" vorstellen. Das Gewerbegebiet wird derzeit erweitert. Die Kommune könnte gleichzeitig Flächen für eine dezentrale, grüne und CO2 -freie Stromerzeugung mit ausweisen, beispielsweise für Photovoltaik, so Münch.

Eine Photovoltaikanlage wäre dabei Teil einer ganzheitlichen Lösung, die alle Aspekte der Energieerzeugung und -verteilung abdecken könnte. An Sonnentagen könnte der gesamte Strombedarf gedeckt werden, so Münch.

Am Beispiel des Lüdenscheider Standortes des Unternehmens ABB zeigte Münch, welche Vorteile entstehen können, wenn man ein System schafft, in dem alle Komponenten digital miteinander vernetzt und im Sinne von Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung steuerbar sind.

Bei einem "Grünen Gewerbepark" im Gries würde es auf der einen Seite um die Vermeidung von CO2 -Emissionen und um die wirtschaftliche Vermarktung von verfügbaren Elexibilitäten im Energiebereich, auf der anderen Seite um die Gestaltung von Marktrodach durch innovative Technologien gehen.

4,6 statt 16,4 Cent

In der Regel bezahle ein Unternehmer etwa 16,4 Cent pro Kilowattstunden, so München. Bei einem "Grünen Gewerbepark" könnte ein Preis von etwa 4,6 Cent pro Kilowattstunde zustande kommen. Mit dem selbst erzeugten Strom würden nicht nur die Netzkosten wegfallen, sondern auch die EEG-Umlage.

Münch sprach von einer Kombination aus Kostenvorteil und langfristiger Entkopplung vom steigenden Strompreis. Von Dienstleister, Baumarktbetreiber, Discounter wie Aldi bis hin zu Konzernen würde man der traditionellen Stromversorgung den Rücken kehren, meinte er. Münch wies auch darauf hin, dass bis 2050, so das Ziel, die Ökostromquote bei rund 80 Prozent liegen soll. Das habe Folgen für den Strommarkt. Genauso wie es Veränderungen beim Telefon, Handys gegeben habe, werde es auch immer neue Technologien für die Gewinnung von grünem Strom geben.

Die Gemeinde tue gut daran, ein "Grünes Gewerbegebiet" auszuweisen und entsprechende Voraussetzungen für die Produktion von grünem Strom zu schaffen. Denn für Münch steht fest: "Die Energiepreise werden zu einem starken Standortfaktor, wenn es um die Ansiedlung von Unternehmen geht".