Die Dachböden der Kirchen von Ehrl, Lohndorf und Amlingstadt sind äußerst wichtig für die Population des Großen Mausohrs im Landkreis Bamberg. Diese Fledermausart, streng geschützt, auch außerhalb der FFH-Gebiete, nutzt die trockenen und warmen Dachböden als Wochenstube. Zwischen Ende Mai und Anfang Juni gebären die Weibchen dort ihre Jungen, ziehen sie auf und verlassen das Quartier Ende August dann wieder, um unter anderem in den Höhlen der Fränkischen Schweiz zu überwintern.

Tiere bleiben bis August

Jedes Jahr im Frühjahr treffen sich Freiwillige vom Bund Naturschutz der Ortsgruppen Strullendorf und Hirschaid, um den Dachboden von St. Ägidius für die nächste Brutsaison der Fledermäuse vorzubereiten. Ausgerüstet mit Schutzanzügen, Atemmasken, Besen, Eimer und Schaufeln haben Manfred Pappenberger, Peter Kuntner und Franz Proksch den Dachboden der Kirche vom Kot der Tiere und von toten Fledermäusen befreit. Eine Arbeit, die nicht unbedingt bei allen Beteiligten Begeisterung aufkommen lässt, aber notwendig und wichtig ist. Rund 15 Kilo Kot kamen zusammen.

2019 nur 200 Fledermäuse

Kirchenpflegerin Irene Schütz kann von 800 bis 900 Wochenstubentieren in der Vergangenheit berichten. 2014 ist die Aufzucht des Nachwuchses komplett ausgefallen, da ein Marder den Weg auf den Dachboden gefunden hatte. Dies wird nun durch entsprechende Maßnahmen verhindert.

In der letzten Saison wurden in Amlingstadt knapp 200 Wochenstubentiere gezählt. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich die Population verringert. Ob das nun an den kalten Tagen im Mai oder am überaus heißen Sommer im letzten Jahr lag, darüber kann man nur spekulieren.

Die Kirchenpflegerin sorgt jedes Jahr dafür, dass die Wochenstube im Dachboden der Amlingstadter Kirche möglichst ungestört ist. Alle diesbezüglichen Maßnahmen werden streng mit den zuständigen Naturschutzbehörden abgestimmt. Mittlerweile wurde das Ausflugsloch der Fledermäuse im Dach optimiert und die Lampen auf dem Amlingstadter Festplatz mit Bewegungsmeldern ausgestattet, um die Tiere bei der Nahrungssuche in der Nacht nicht zu irritieren. Sie ist sehr dankbar für die Unterstützung durch die Freiwilligen vom Bund Naturschutz. Diese wollen im nächsten Jahr erneut vor Ort sein und mit dafür sorgen, dass das Große Mausohr wieder eine "ordentliche und saubere Wochenstube" vorfindet.