Marion Krüger-Hundrup

Die frohe Botschaft schon vor Weihnachten klingt so: "Wir machen mit beim Glockenläuten!", verkündet Harry Luck, Sprecher des Erzbistums Bamberg, nachdem Erzbischof Ludwig Schick zugestimmt hatte. "Natürlich läuten wir!", sagt auch Pfarrerin Jutta Müller-Schnurr von der Gemeinde St. Matthäus in Gaustadt. "Wir sind dabei!", freut sich ebenso Pfarrer Walter Neunhoeffer von St. Stephan.

Tatsächlich werden in katholischen und evangelischen Gemeinden in ganz Bayern am Heiligen Abend um 22 Uhr die Kirchenglocken läuten. Darauf verständigten sich die bayerischen Bistümer und die evangelische Landeskirche in Bayern vor dem Hintergrund, dass aufgrund der Ausgangssperre die traditionell um 22 Uhr oder später beginnenden Christmetten und Christvespern entfallen oder vorverlegt werden müssen.

In Weihnachtsfreude verbunden

"Gerade in dieser schwierigen Zeit der Pandemie wollen wir gemeinsam ein Zeichen der Hoffnung setzen. Gott ist Mensch geworden für alle Menschen, so die ermutigende Botschaft von Weihnachten, die wir mit der ganzen Gesellschaft teilen wollen", sagt Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising und Vorsitzender der Freisinger Bischofskonferenz. "Auch wenn wir zu dieser Zeit nicht in den Kirchen zusammen sein können, so sind wir doch alle in der Weihnachtsfreude verbunden. Christus ist geboren! Er führt uns auch als Kirchen zusammen", erklärt Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm: "Das gemeinsame Glockenläuten wird ein kraftvolles Zeichen sein: Die Weihnachtskraft ist stärker als alle Bedrängnisse, die das Virus in uns auslösen kann."

Die ganz praktische Frage, wie trotz Ausgangssperre ab 21 Uhr die Glocken in Bewegung gesetzt werden können, beantwortet der Glockensachverständige und Leiter des Amtes für Kirchenmusik im Erzbistum Bamberg, Markus Willinger, so: Die Mesner könnten die Zeitschaltuhren für das Läuten im Voraus programmieren. Wo das nicht gehe, dürfe der Mesner auch erst am Heiligen Abend um 22 Uhr das Geläut in Gang setzen, "weil das eine dienstliche Aufgabe ist, die trotz Ausgangssperre erfüllt werden darf", so Willinger.