Waltraud Enkert

Jungenhofen/Mühlhausen — Familienzeit für die Hoffmann-Geborenen: So könnte man überschreiben, was sich an Fronleichnam auf Fahrradwegen Richtung Buttenheim und in Jungenhofen abspielte.
Einmal im Jahr treffen sich die Hoffmann-Geschwister, die aus Mühlhausen stammen, zur Fahrradtour, und immer an Fronleichnam. Heuer war es zum 20. Mal. Deswegen wurde Jubiläum gefeiert.
Nun muss man wissen, dass die Hoffmanns elf Geschwister waren. Ein Bruder ist verstorben. Die anderen zehn möchten dieses Treffen nicht missen und schließen sich regelmäßig an, soweit es Gesundheit und wichtige Termine zulassen.


Auf den Keller

Und noch einer ist immer dabei: Musiker Billy mit seiner Quetschn. Mit richtigem Namen Bernhard Hartmann aus dem Bamberger Raum und mit Familie Hoffmann aus Mühlhausen weder verwandt noch verschwägert. Er war früher Arbeitskollege von Hans Hoffmann - später wurde Billy bekannt als Bandmitglied der legendären "Sound-City-Group".
Weil die Hoffmann-Geschwister gemütliche Menschen sind, steuern sie mit ihren Drahteseln stets einen Keller oder einen Biergarten an. Heuer war es der Georgenbräu-Keller in Buttenheim. Keine Frage: Billy spielte am Keller ein paar Stücke auf seinem Akkordeon. Auch sehr zur Freude der anderen Kellerbesucher.
Dann ging es zurück nach Jungenhofen. Hier wohnt eine von den Geschwistern, Ingrid Mönius.
Gundi ist 70 Jahre alt und damit die Zweitälteste. Sie lebt noch immer in Mühlhausen. Zusammen mit ihrem Bruder Robert (58) sitzt sie auf der Bank vor dem blauen Haus in Jungenhofen. "Heute waren wir eine große Truppe", sagt sie. Denn auch Kinder und Enkel und auch gute Freunde schließen sich inzwischen der Tour an. So waren es 32 Teilnehmer. Der Jüngste der Hoffmann-Geschwister ist 55 Jahre alt, die Älteste 73.


Rund 40 Kilometer

Die meisten von ihnen wohnen in oder im Umkreis von Mühlhausen. Georg hat es an den Chiemsee verschlagen, Schwester Maria nach Niederösterreich.
Natürlich hat man auf der Radeltour viel Gelegenheit zum Austausch. Denn zwischen 30 und 45 Kilometer sind es immer, die da zurückgelegt werden. Und man kommt mit jedem ins Gespräch. Ob die nächste Generation diesen Brauch fortführt? Ingrid Mönius weiß es nicht. Am Donnerstag zumindest machte es auch ihrer sechsjährigen Enkelin Anna-Lena viel Spaß.
Bei Kaffee und Kuchen und gemeinsamem Abendessen klang der Tag aus.