Die besonderen Mittwochabende im Pfalzmuseum finden immer mehr Zuspruch. Dagmar Rosenbauer und Maria Haas nahmen die bei
Weitem nicht nur weiblichen Besucher auf ihren Ausflug in die Welt der fränkischen Tracht mit.
Dazu hatte sich Dagmar Rosenbauer in eine aufwendige Tanztracht gewandet, Haas hingegen trug ein Mieder aus Jeansstoff zur Hose.


Ein Wulst aus Wolle

Vor den Vitrinen des Trachtenmuseums und anhand des Museumsbestands versuchten die beiden Frauen ihr Publikum davon zu überzeugen, dass Tracht lebendig ist. Und der "Kidebari" genannte Wulst aus Schafwolle am Leib? Das ist gut fränkisch ausgesprochen der "Cul de Paris", ein Polster am Po, das im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in der französischen Hauptstadt angesagt war. Ein Kittel, so wusste Rosenbauer, war aralblau und mit kleinen Chinesen als Motiv verziert.


Eine Art Notlösung

Nein, das ist keine Kreation von Trachten-Punk Sandra Müller. Das Kleidungsstück ist schon ein paar Jahre älter und stammt aus dem Besitz einer Heroldsbacher Trachtenträgerin.
Vielleicht war es deren Lieblingsfarbe, möglicherweise auch eine Art Notlösung, weil im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts die Stoffbeschaffung ein Riesenproblem war, ehe junge Frauen wie Rosenbauer wieder Ladengeschäfte mit Trachtenzubehör eröffneten.