Die Bevölkerungsentwicklung der Stadt Kronach unterlag in den letzten zweihundert Jahren einem enormen Wandel. Ausschlaggebend dafür waren vor allem zwei Ereignisse: die Aufnahme zahlreicher Heimatvertriebener nach 1945 sowie die Gemeindegebietsreform 1978. Obwohl im Stadtbereich sehr viel gebaut wurde, ist ein steter Bevölkerungsrückgang feststellbar. Laut der Statistik des Bayerischen Landesamtes beherbergte die Dreiflüssestadt am 31. Dezember 2019 nur noch 16 815 Einwohner, und zwar 51 Prozent weibliche und 49 Prozent männliche Bürger. Im Jahr 1977, also vor der Gemeindegebietsreform, zählte Kronach 11 354 Einwohner.

Die Statistik lebt von einem langen Atem. Nur durch langfristige Vergleiche kann die Entwicklung einer Kommune aussagekräftig dargestellt werden. Das Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung hat deshalb die Bevölkerungszahlen der bayerischen Gemeinden mit mindestens 10 000 Einwohner ab 1840 dargestellt.

Die Auswertung dieser Datenmengen zeigt unter anderem, dass Kronach Ende des Jahres 2000 in der Reihenfolge der bevölkerungsstärksten Gemeinden auf Platz 78 rangierte: mit exakt 18 227 Einwohnern. Am 1. Dezember 1840 lebten in Kronach 7528 Menschen.

Es folgten weitere Volkszählungen, unter anderem die am 1. Dezember 1871. An diesem Stichtag bestand Kronach aus 8918 Einwohnern. Die größten Sprünge standen allerdings erst noch bevor. Bei der Volkszählung im Jahr 1900 lebten in Kronach bereits 10 178 Menschen und am 17. Mai 1939 wurden 13 239 Einwohner gezählt. Dann kamen nach 1945 zahlreiche Heimatvertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten in die Lucas-Cranach-Stadt. Das hatte enorme Auswirkungen: Am 13. September 1950 bestand die Kronacher Bürgerschaft aus 17 599 Frauen, Männern und Kindern.

Mit der Gebietsreform kam 1978 die große Wende. Aus 96 Gemeinden im Landkreis Kronach wurden nun 18 Kommunen. Nach Kronach wurden unter anderem Glosberg, Gundelsdorf, Knellendorf, Neuses, Gehülz, Fischbach, Ruppen und Höfles eingemeindet. Die Einwohnerzahl schnellte von 11 400 auf 19 000. Nach 1987 ging es dann wieder stetig abwärts. 2015 zählte man nur noch 16 808 Einwohner. Mittlerweile folgte eine Phase der Stabilisierung mit einem Niveau von etwa 16 800 Bürgern.