Bernhard Panzer

Die Stadt setzt in der neuen Kindertagesstätte im Baugebiet Reihenzach auf Geothermie. Dabei wird eine Kombination aus Erdwärme und Erdkühle genutzt, wie Bürgermeister German Hacker (SPD) in der letzten Stadtratssitzung ausführte.

Das bedeutet, dass die Gebäude im Winter durch die Erdwärme geheizt werden, während im Sommer dem Erdreich Kälte entzogen wird und das Gebäude damit mittels einer "freien Kühlung" temperiert werden kann. Zum Einsatz kommen sieben Erdsonden. Diese werden senkrecht einhundert Meter tief in den Erdboden gebohrt.

Der Stadtrat vergab (bei einer Gegenstimme) den Auftrag an die Firma Baugrund Süd, Gesellschaft für Geothermie, aus Bad Wurzach. Mit der Summe von 80 500 Euro liegt man gut zehn Prozent günstiger als die Kostenberechnung - eine Punktlandung, wie Hacker feststellte.

In der Diskussion bezeichnete Peter Maier von den Grünen die Geothermie als eine der besten Lösungen, Manfred Welker (Freie Wähler) wunderte nur der Preis. Der sei schon in Ordnung, sagte Curd Blank (SPD), der beruflich in der Umwelttechnik zu tun hat. Das sei ein sehr guter Preis, der auf dem Niveau vor etwa zehn Jahren liege, sagte er als einer, "der aus dem Metier kommt".

Dennoch hatte Blank auch Kritik parat. Ihm wollte nicht gefallen, dass man trotz der Geothermie zusätzlich noch auf Fernwärme setzt - für die Spitzenlast, wie es beschrieben wird. Da könne er, so Blank, die sieben Bohrungen nicht nachvollziehen. Er verlangte ein "Entweder oder" und lehnte die Vergabe ab.

Eine "gute Geschichte"

CSU-Fraktionsvorsitzender Walter Drebinger bezeichnete die Geothermie als "gute Geschichte". Er hoffe nur, dass der Boden keine Probleme bekomme. Er fragte sich, weshalb der Beschluss erst so spät kommt, denn "die bauen doch schon". Als Laie würde er zuerst die Löcher bohren. Die Anschlüsse seien bereits vorhanden, erläuterte Bauamtsleiterin Silke Stadter. Der Tiefbau habe alles vorbereitet. Worauf sich Walter Drebinger beruhigt gab, aber noch eine Anmerkung mit Augenzwinkern hatte: "Wir bohren hundert Meter tief. Vielleicht erwischen wir ja Öl." Da kam aber prompt die Reaktion von Bürgermeister German Hacker: "Das würden wir links liegen lassen. Das ist ja fossil!"