Es klingt ja wirklich kurios, wenn eine Gemeinde etwas für die Sicherheit ihrer Bürger tun möchte und das dann aber nicht den behördlichen Vorschriften entspricht. Getroffen hat es dieses Mal den Ort Schneckenlohe. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung konnte Bürgermeister Knut Morgenroth (SPD) nur mit dem Kopf schütteln, als er ein Schreiben des Kronacher Landratsamtes verlas.

Moniert werden darin halbseitige Blockmarkierungen, die an der Kreuzung "Henneschberg", "Brunnengasse" und "Schulweg" auf den Fahrbahnen angebracht wurden. Sie sollten ursprünglich den Autofahrer zur Vorsicht mahnen und so auch Fußgänger schützen. Doch das ist nicht erlaubt, sagt das Landratsamt und bittet darum, diese möglichst zeitnah zu entfernen. Eine ganze Latte von Begründungen, Vorschriften und Gesetzestexten besagt, dass Haltelinien sowie Wartelinien in diesem Fall unzulässig sind. Darüber hinaus liege die Kreuzung in einer Tempo-30-Zone, wo eine zusätzliche Regelung durch Verkehrszeichen grundsätzlich entbehrlich wäre. Auch bestünden für die Gemeinde Haftungsrisiken, weil die Verkehrssicherheit durch die "Fantasiemarkierungen" beeinträchtigt sei.

In Schneckenlohe überlegt man jetzt, die weißen Markierungen durch schwarze zu ersetzen. Diese seien ebenfalls sichtbar, aber halt nicht weiß und deshalb auch zulässig.

Genehmigt wurde in der Sitzung die Aufstellung des Bebauungsplanes "Neubrand-Mitte" im beschleunigten Verfahren. Hier sollen fünf Bauplätze mit rund 2000 Quadratmetern Baugrund entstehen. Die Restfläche bleibe Acker.

Ebenso durchgewunken haben die Räte den Bauantrag für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Beikheim. Allerdings ergeht an den Planer der Hinweis, die Anordnung der Fenster zu überarbeiten. Beschlossen wurde auch die Errichtung einer Mehrzweckhalle für den gemeindlichen Bauhof. Acht mal 20 Meter seien geplant, wovon ein Bereich von sechs Metern mit einem Schiebetor versehen werde. "Der Rest bleibt nach vorne offen", ergänzte der Bürgermeister. Für das Feuerwehrgerätehaus in Beikheim fallen nun erst einmal rund 10 000 Euro für eine Tragwerksplanung an.

Vergeben wurden auch die Abbrucharbeiten zum Umbau und der Modernisierung der ehemaligen evangelischen Schule zum Bürgerhaus für mehrere Generationen. Der Auftrag ging an die Firma Kugler aus Lichtenfels für rund 38 800 Euro. Hier war Morgenroth die einzelnen Posten noch einmal durchgegangen mit dem Ziel, Kosten zu sparen. So werden beispielsweise die Dachziegel ab- und gleich mitgenommen, und Pultdach sowie Deckeninnenverkleidung soll der Bauhof erhalten, der die Sachen auch selbst abbaut. Auch bei der Dachrinne und dem dazu gehörigen Fallrohr kommt der eigene Bauhof zum Einsatz. "Das Geld können wir uns alles sparen", so Morgenroth. Er fügte noch an, dass die Gewölbedecke im Keller mit den dazu gehörigen Stahlträgern verrostet sei. "Das muss alles weg und der Gewölbekeller wird befüllt."

Das Tempo wird angezeigt

Künftig wird es in Schneckenlohe mit seinen Ortsteilen auch sieben Geschwindigkeitstafeln geben. Eine Sammelbestellung mit anderen Gemeinden hatte hier den Preis gewaltig gedrückt. Schneckenlohe muss dafür insgesamt rund 12 500 Euro berappen. Angebracht werden sollen sie an den Ortseingängen der Kerngemeinde sowie in Beikheim und Mödlitz. "Sie werden dann entweder grimmig gucken oder anlachen."

Das Gemeindewappen darf künftig auch die Wählergruppe der Dorfgemeinschaft nutzen. Ein einstimmiger Beschluss räumte die Gleichbehandlung aller zur Wahl antretenden Parteien und Gruppierungen ein.

Ein Kommunikationsproblem und ein daraus resultierendes Geldproblem hatte dagegen Pfarrer Gerald Munzert. Sein "letzter Wunsch" an den Gemeinderat: "Die hälftige Kostenübernahme für fehlende 25 Quadratmeter Deckenverkleidung im Gruppenraum des Kindergartens." Dieser Aufforderung kam der Gemeinderat gerne nach.

Unter anderem informierte Bürgermeister Knut Morgenroth darüber, dass am Friedhof Geländer und Handläufe für rund 2200 Euro angebracht werden. Der "Ottobrunnen" Nähe Neubrand soll in einen Brunnentrog eingefasst werden. Er befinde sich jetzt auf Privatgrund und habe früher der Wasserversorgung für die Bevölkerung gedient. Da der Eigentümer dem zugestimmt hatte, werde diese Maßnahme so durchgeführt. Arbeiten an der Freileitung will die Firma TenneT von Mai bis Oktober vornehmen. Sie möchte die Geräuschimmissionen reduzieren.