Die früheste Nepomuk-Abbildung in der Gemeinde findet sich auf einem Medaillon im linken Seitenaltar der Wallfahrtskirche. Den hat im Jahr 1733 Martin Walther geschaffen. Das Altarbild allerdings stammt, dem renommierten Kunstführer von Georg Dehio nach, wahrscheinlich von dem Bamberger Meister Michael Link. Der Künstler zeigt die Situation, die zur späteren Heiligsprechung geführt hat: Der Prager Priester Nepomuk nimmt der vor ihm knienden jungen Königin Sophie von Böhmen, einer Wittelsbacherin, die Beichte ab. Was sie ihm anvertraut, erfolgt unter dem Siegel der Verschwiegenheit. Er wird seine Zunge hüten, auch als ihr eifersüchtiger Gemahl Wenzel IV., der sie der Untreue verdächtigt, den Beichtvater zu zwingen versucht. Lieber geht er in den Tod. Der Herrscher lässt ihn foltern und am 20. März 1393 von der Prager Karlsbrücke in die Moldau stürzen. Nach der Legende umgeben fünf Lichter sein Haupt, als er den Fluss hinunter treibt bis an die Stelle, wo er gefunden und an Land gezogen wird. Die historische Forschung sieht das politische Motiv für die Ertränkung des bischöflichen Beamten im Machtkampf zwischen König und Bischof.
Schutzpatron gegen Mobbing?
Mag die Beichte heutzutage keine Rolle mehr spielen, die Wahrung des Beichtgeheimnisses durch den Priester könnte man dennoch in die Gegenwart verlegen. Heute wäre er der Schutzpatron gegen üble Nachrede, Mobbing und Shitstorm.
Der Gemeinderat Marktleugast hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, die drei schwer beschädigten Hohenberger Martern zusammen mit der Nepomuk-Statue zu sanieren. Die Kosten für die vier religiösen Denkmäler betragen etwa 20 000 bis 22 000 Euro. Darin eingeschlossen sind Transportkosten in die Werkstatt. Um ihren Anteil gering zu halten, empfiehlt der Restaurator die gleichzeitige Instandsetzung aller vier Objekte, und dies möglichst vor dem hereinbrechenden Winter.
Dass den Menschen in der Region der Erhalt der Flurdenkmäler am Herzen liegt, zeigt die Spendenbereitschaft: Bezirkstagspräsident Henry Schramm, der aus Hohenberg stammt, hat bereits 4000 bis 5000 Euro als private Spende zugesagt. Auch die Kirchengemeinde Hohenberg will Spenden sammeln. Ein Jakobspilger aus Ködnitz bei Hof möchte mit einer Spende von 200 Euro seine Wertschätzung für die malerischen Glaubenszeugnisse am Wallfahrtsweg ausdrücken. Die Oberfrankenstiftung übernimmt 30 Prozent und das Denkmalschutzamt 20 Prozent. Weiter spendet die Raiffeisenbank Oberland 2000 Euro.
Der Marktgemeinderat stimmte geschlossen dafür, dass die Marktgemeinde für die verbleibenden Kosten aufkommt.