In diesem Jahr gibt es in der Schule in Röttenbach von der zweiten bis zur vierten Klasse eine gebundene Ganztagsschule, und auch die achte und die neunte, die einzigen Klassen einer Mittelschule am Ort, gehören dieser Schulform an. Im nächsten Jahr stellt sich die Situation ganz anders dar: Nur mehr eine vierte Klasse wird als gebundene Ganztagklasse geführt.
Vor sieben Jahren schon wurde dieser Beschulungstyp in Röttenbach für alle Jahrgangsstufen etabliert, für die Grundschule und in Zusammenarbeit mit Adelsdorf auch für die Mittelschule. Bis zu zwölf Prozent der Schüler kamen wegen des Angebots von auswärts. Im Bereich der Mittelschule setzte trotz eines Schulverbunds schon vor einigen Jahren ein Schulsterben ein. Mit Ende des Schuljahrs 2016/17 sind von den ehemals fünf verbundenen Mittelschulen im nordöstlichen Landkreis nur mehr zwei existent: Höchstadt und Mühlhausen.


Mindestgröße nicht erreicht

Nun aber ist auch der gebundene Ganztagszug der Röttenbacher Grundschule durch die Elternwünsche zu Beginn dieses Schuljahrs ins Wanken geraten. 34 Kinder wurden angemeldet, acht Eltern wählten die gebundene Form. Da 13 als Mindestgröße einer Klasse vom Kultusministerium vorgegeben ist, konnte ihrem Willen nicht entsprochen werden und es wurden zwei Regelklassen gebildet.
Für das kommende Schuljahr, so Rektor Oskar Holzmann, liegen 53 Anmeldungen vor. 14 Eltern wollten ihre Kinder in eine gebundene Ganztagsklasse geben. Die Zahl würde für eine Klasse reichen. Doch dann wären in der anderen 39 Schüler. Ein Unding. Doch aufteilen auf drei Klassen ist nicht drin. Dazu müssten es insgesamt 57 Schüler sein. "Zwar hat das Schulamt für Adelsdorf in diesem Jahr eine solche Ausnahme gebilligt. Das gleichlautende Röttenbacher Ansinnen wurde nun "abgewatscht", wie es der Rektor formulierte. Es bleibt also bei zwei etwa gleich starken Regeleingangsklassen.
Weshalb aber wird die bisherige zweite Klasse, die 2b, nicht als gebundene Ganztagsklasse weitergeführt? Das scheiterte am Elternwillen. Denn nach den neuen Vorgaben des Kultusministeriums muss eine gebundene Ganztagsschule bis mindestens 15.30 dauern und nicht wie bisher in Röttenbach bis 15 Uhr. Von den 15 Betroffenen lehnten drei die Verlängerung ab, drei antworteten nicht. Im kommenden Schuljahr wird also die 2b eine Regelklasse.
Als Betreuungsmöglichkeit nach Unterrichtsschluss steht den Eltern die kommunale Mittagsbetreuung zur Verfügung. "Die Zahl der zu betreuenden Kinder", so Bürgermeister Ludwig Wahl (FW) wird voraussichtlich von heuer 43 auf 85 steigen. Wir werden unser Personal nahezu verdoppeln." Auch mehr Räume müssen dann sein. Sie werden im Erdgeschoss der Schule eingerichtet.