Im März 2018 verabschiedete der Kreistag das intermodale Mobilitätskonzept des Landkreises Bamberg mit verschiedenen Umsetzungsmaßnahmen. Im Bereich "Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Radfahrverkehr" sind zahlreiche Einzelmaßnahmen und Anregungen zusammengefasst worden, um den Radverkehr zu fördern.

Nadja Kulpa-Goppert stellte dem Kreisausschuss nun den aktuellen Sachstand in Bezug auf das Alltagsradverkehrskonzept vor. Darin werden das künftig anzustrebende Wegenetz und die dabei anzuwendenden Standards definiert. Es wurden Gefahrenstellen identifiziert und Vorschläge zur Behebung sowie Anregungen zu Radparkanlagen gemacht. Die dafür notwendigen Maßnahmen sind aber nur zu realisieren, wenn Grundstücke zur Verfügung stehen bzw. ein Grunderwerb erfolgen kann.

Daneben sind die notwendige Zusammenführung von Beschilderungsdaten, Daten des Alltagsradverkehrskonzepts sowie touristische Daten geplant. Damit kann die Basis für ein durchgängiges Beschilderungskonzept für den ganzen Landkreis geschaffen werden. Ebenso wird die Verknüpfung des Radwegenetzes mit den Mobilstationen als Schnittstelle zum regionalen ÖPNV vorangebracht.

Die Verwaltung steht im regen Austausch mit den Gemeinden, lokalen Akteuren und zuständigen Straßenbaulastträgern, um Einzelprojekte voranzubringen und jetzt schon die Umsetzung des Alltagsradverkehrskonzepts anzustoßen. Darüber hinaus ist man in Kontakt mit der Stadt Bamberg, um die Anbindung zum Hauptwegenetz der "Cityrouten" der Stadt zu gewährleisten.

Zahlreiche Informationen rund um die aktuell in Bearbeitung befindlichen Radverkehrsthemen wurden in einer neuen Rubrik auf der Homepage des Landkreises zusammengeführt. Sie sind zu finden unter: www.landkreis-bamberg.de/radverkehr.

Klosterlandschaften kooperieren

Birgit Kastner erläuterte dem Ausschuss den aktuellen Stand zur Bewerbung des Landkreises für das Europäische Kulturerbe-Siegel (EKS). Der Landkreis Bamberg hat sich mit der erfolgreichen Durchführung des größten bayerischen Projekts zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 und dem aktuellen transnationalen Leader-Kooperationsprojekt "Cisterscapes - Cistercian landscapes connecting Europe" als transnationaler Koordinator und Stättenmanager profiliert. Die Bewerbung für das Europäische Kulturerbe-Siegel fußt auf der bestehenden Kooperation von 18 Klosterlandschaften in Frankreich, Deutschland, Polen, Slowenien Tschechien und Österreich.

Die Leader-Förderung endet am 31. Oktober 2021. Für die Finanzierung des Projekts in der Bewerbungsphase bis zur Nominierung durch die EU 2023 muss ein detaillierter Finanzierungsplan aufgestellt werden. Das Gleiche gilt für die Umsetzungsphase 2023 bis 2027. Brigitte Kastner, die noch für die Koordination zuständig ist, sah wenig Hoffnung, eine größere Kofinanzierung durch die anderen Klosterlandschaften zu generieren. Man habe sich mittlerweile auf eine Marketinggebühr von 3000 Euro einigen können.

Die Klosterlandschaft Ebrach wäre eine der 14 Einzelstätten des Siegels. Für die Einzelstätte ist ebenfalls ein Programm für 2023 bis 2027 und ein Stättenmanagementplan aufzustellen. Der Anteil des Landkreises würde sich auf insgesamt 250 425 Euro in diesem Zeitraum belaufen. Hierbei bildet das 900. Jubiläum der Abteigründung (1127-2027) einen Höhepunkt des Programms für die Einzelstätte "Klosterlandschaft Ebrach" und für das transnationale Stättenmanagement. Für den Landkreis Bamberg als Träger des Europäischen Kulturerbesiegels und des transnationalen Stättenmanagements würden sich zahlreiche Vorteile ergeben. So würde unter anderem das erfolgreiche Zisterzienserprojekt verfestigt und der Landkreis in ein bedeutendes europäisches Vermittlungs-, Vermarktungs- und Vernetzungsprogramm eingebunden sein. Darüber hinaus könnten europäische Zuschüsse für den Landkreis zur touristischen Aufwertung, Regionalentwicklung und politischen Bildung beantragt werden. Schüler und junge Erwachsene würden durch Workshops und Camps einen Zugang zum landschaftlichen, handwerklichen und kulturellen Erbe der Zisterzienser erhalten. Langfristig könnte ein europäisches Kulturerbezentrum im Landkreis entstehen.

Der Kreisausschuss beschloss einstimmig, die im Rahmen der Bewerbung Nürnbergs zur Kulturhauptstadt 2025 eingestellten Mittel in Höhe von 150 000 Euro jährlich von 2021 bis 2025 im Falle der Nichtnominierung Nürnbergs für die inhaltlich vorgesehenen Projekte umzuwidmen. Weiterhin beschloss er, für das transnationale EKS-Städtemanagement und die Einzelstätte "Klosterlandschaft Ebrach" insgesamt Mittel in Höhe von 225 000 Euro zur Verfügung zu stellen.