Die Segnung auf dem Basilikaplatz von Vierzehnheiligen ist alljährlich ein spannendes Ereignis für Vier- und Zweibeiner. Traditionell findet sie am 3. Oktober, dem Todestag des Ordensstifters Franz von Assisi statt.
Der Guardian des Franziskanerklosters, Pater Heribert Arens, und seine Mitbrüder Alexander Weissenberger und Stanislaus Wentowski führten die jahrhundertealte Tradition fort. Pater Heribert erinnerte daran, dass der Mensch nach franziskanischer Überzeugung Verantwortung für die Mitgeschöpfe und die gesamte Natur trage. Er wies darauf hin, dass Tiere Geschöpfe Gottes sind. Ihnen gebühre Ehrfurcht.


Tierlieber Ordensgründer

An einem Beispiel machte der Franziskaner die Tierliebe des Ordensgründers deutlich. Er hätte, so die Legende, einmal den Vögeln mit den Worten gepredigt: "Vornehm machte euch Gott unter seinen Geschöpfen, und in der reinen Luft schuf er euch Wohnung. Ihr sät und erntet nicht und doch schützt und leitet er Euch, ohne dass ihr Euch um etwas kümmern müsst."
Während der Ansprache hatte sich der Platz mit Vierbeinern und ihren Herrchen und Frauchen gefüllt. Aus Königsfeld bei Hollfeld hatte Barbara Schwengler die beiden Kaltblüter Sepo und Max mitgebracht. Die Pferde blickten etwas überheblich auf das Hundevolk herab. Franziskusschwester Milagros hielt es nicht bei einer Feier im Mutterhaus. "Ich liebe die Tiere", sagte sie und streichelte den edlen Warmblüter, der seine Reiterin aus Weidhausen auf den heiligen Berg getragen hatte. "Die Tiere sind uns anvertraut, wir ziehen sie in Gottes Auftrag groß", so Pater Stanislaus.