Ein großer Dank aus den Gräfenberger Fraktionen bei der Verabschiedung des Haushalts ging an den Landkreis Forchheim für die 1,08 Millionen Euro Zuschuss für den Bau des Lehrschwimmbeckens. Das ist eine der großen Investitionen der Stadt .

Andere sind die Nahwärmeversorgung und die barrierefreie Umgestaltung des Marktplatzes. Für diese Umgestaltung vermisst die Grünen-Fraktion Gelder im mittelfristigen Investitionsplan. Grünen-Stadtrat Matthias Striebich sagte, es gebe einen einstimmigen Beschluss, mit dem der Stadtrat zustimmte, Maßnahmen vorzuziehen, die mit dem Bau des Nahwärmenetzes ausgeführt werden könnten. Planungen in Absprache mit der Bezirksregierung von Oberfranken sowie den Planern des Nahwärmenetzes hätten dazu erstellt werden müssen. "Wie soll das gehen, wenn nicht einmal Mittel dafür vorgesehen sind?", bemängelte Striebich. "Was ist diesbezüglich seit einem halben Jahr passiert? Nichts", ärgerte sich Striebich.

Die CSU bestritt nicht, dass der Marktplatz eine Frischzellenkur benötige und Synergien mit dem Bau des Nahwärmenetzes ein Gewinn für alle wären. Allerdings fehlten die Rahmenbedingungen dafür. "Das sind zum einen das fehlende Parkplatzkonzept, zum anderen der Abgleich mit den Gewerbetreibenden vor Ort", meinte Lars Laufer ( CSU ). Zudem sei die Leitungsführung der Nahwärme nicht in der Schnittmenge der geplanten Fußwege. "Eine schnelle Lösung käme einem Fleckerlteppich gleich. Eine richtige Planung ist hier das Interesse aller", sagte Laufer. Dafür seien im Haushalt unter "Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen" Gelder eingestellt, ohne in der mittelfristigen Finanzplanung mit Fantasiezahlen arbeiten zu müssen.

Wenn man lange genug nichts tue, sei es irgendwann zu spät, konterte Striebich. "Erleichternd wirkt sich bei der Erstellung des diesjährigen Haushalts auch der Umstand aus, dass Bau und Betrieb des Nahwärmenetzes in die Hände unseres Kommunalunternehmens gelegt wurden und damit die finanzielle Abwicklung nicht mehr über unseren städtischen Haushalt erfolgt", erläuterte Werner Wolf (FW). Dem Haushalt und dem mittelfristigen Investitionsplan stimmen alle Fraktionen zu - auch die Grünen, "da er die in der vorigen Stadtratsperiode auf den Weg gebrachten Zukunftsprojekte wie die Sanierung des VG-Gebäudes, die Sanierung des Freibads und den Ersatzneubau des Hallenbads beinhaltet", betonte Striebich. "Es kann nur das ausgegeben werden, was auch im Stadtsäckel ist. Willkommen in der Realpolitik!", sagte Laufer.

"Lediglich der Betrieb unseres Freibads hat sich durch die besonderen, corona-bedingten Hygienebestimmungen verteuert", sagte Werner Wolf (FW). Gräfenberg sei es anders als anderen Gemeinden gelungen, trotz massiver Einschränkungen wegen Corona unter großen Anstrengungen vieler Beteiligter das Freibad im letzten Sommer für die Bevölkerung zu öffnen.

Das Gesamtvolumen im Verwaltungshaushalt beträgt 7 612 500 Euro und im Vermögenshaushalt 4 361 100 Euro. Voraussichtlich 778 700 Euro beträgt die Zuführung von Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt. "Aufgrund des vorläufigen Rechnungsergebnisses konnte die Pro-Kopf-Verschuldung auf einen erfreulichen Stand von 345 Euro gesenkt werden. Im Vorjahr betrug sie 414 Euro", sagte Bürgermeister Ralf Kunzmann (FW) in seiner Haushaltsrede. Zusätzlicher Kredit sei nicht geplant, wenn auch die Schulden durch die Aufnahme des Kassenrestes von 2017 und des Kredits von 2019 in den nächsten Jahren auf 2 479 000 Euro steigen würden.