Am 19. März verstarb im Alter von 87 Jahren Winfrid Freiherr von Pölnitz von und zu Egloffstein in seinem Altersruhesitz des Forst­hauses auf Schloss Hundshaupten . Er wurde am 19. Mai 1933 in München geboren.

Der Rechtswissenschaftler, der mehrere Schriften verfasst hat, hinterlässt fünf Kinder und 17 Enkelkinder. Die Beerdigung findet voraussichtlich am 10. April - wegen Corona in kleinem Kreis - statt. Wie sein Sohn Heinrich von Pölnitz berichtet, schlief sein Vater im Kreise seiner Familie ohne Schmerzen ruhig ein. Er war verheiratet mit Ernestine Walburga Gräfin von Preysing-Lichtenegg-Moos, die 2010 verstorben war. Seit drei Jahren verbrachte er seinen Lebensabend bei seinem Sohn Heinrich und dessen Familie auf Schloss Hundshaupten .

1951 legte er sein Abitur am Humanistischen Gymnasium der Benediktiner in Metten ab. Winfrid von Pölnitz-Egloffstein studierte von 1951 bis 1955 Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität und wurde 1957 zum Doktor der Rechte promoviert. Thema seiner Doktorarbeit war "Die Entwicklung der Neugliederungsfrage in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung ihrer verfassungsrechtlichen Probleme".

Von 1953 bis 1954 war er Vorsitzender des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) in Bayern. Seit 1953 war er auch Mitglied der CSU , in der er verschiedene Ämter innehatte. Er war von 1959 bis 1965 bei der bayerischen Finanzverwaltung, dem Staatsministerium für Wirtschaft und Verkehr und der "Hohen Behörde" der damaligen Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl in Luxemburg tätig.

Von 1965 bis 1998 war er Administrator der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen in Augsburg. Ausgeschieden aus dem bayerischen Staatsdienst ist von Pölnitz-Egloffstein 1965 als Oberregierungsrat. Von 1970 bis 1999 war Winfrid von Pölnitz-Egloffstein Vorstandsmitglied des Bundesverbands Deutscher Stiftungen. 1965 wurde er zum Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt und am 1. Mai 1965 in München durch Julius Kardinal Döpfner zum Ehrengroßprior der deutschen Statthalterei. Er war Komtur des Ordens.

Winfrid von Pölnitz-Egloffstein war Inhaber zahlreicher hoher Auszeichungen wie dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Besonders verbunden war er auch mit dem Schloss Kunreuth. Er war von 1961 bis 2008 Geschäftsführer des Egloffsteinschen Kondominatsbesitztes in Kunreuth. Ein besonderes Anliegen war ihm auch, aus Dankbarkeit ein Marterl mit der Figur des heiligen Christopherus aufzustellen. Dies ließ sich am Straßenrand bei Hundsboden 2015 realisieren.

Unmittelbar nach seinem 85. Geburtstag zog er 2018 von Velden/Niederbayern nach Hundshaupten , um im Kreise seines Sohnes Heinrich und seiner Schwiegertochter Fiona und fünf Enkelkindern seinen Lebensabend zu verbringen. Er wird auf dem Familienfriedhof in Hundshaupten neben seiner Frau seine letzte Ruhe finden.