Nach einer zweijährigen Zwangspause trafen sich die Soldatenvereine im Kreisverband Forchheim des Bayerischen Soldatenbundes 1874 heuer bereits zum 31. Mal zur Friedenswallfahrt in Pinzberg , um gemeinsam der Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken und für den Weltfrieden zu beten.

Am Ehrenmal in der Ortsmitte fand zunächst die Ehrung der gefallenen, verstorbenen und vermissten Kameraden statt. Zwei aktive Soldaten der Bundeswehr bildeten beiderseits des Denkmals die Ehrenwache und die Fahnenabordnungen bezogen Aufstellung im Halbkreis. Kreisvorsitzender Roland Schäfer wies darauf hin, dass man sich bei der vergangenen Friedenswallfahrt vor zwei Jahren nicht hätte vorstellen können, dass man die jetzige Veranstaltung begehen würde, wenn nebenan Krieg herrscht.

Schäfer mahnte, dass die Bundeswehr einerseits kaputtgespart und destabilisiert werde, andererseits aber Millionen von Euros in Beraterverträge geflossen seien. Zudem müsse man sich schon noch fragen dürfen, wer hier wessen Ziele und Interessen vertritt und was Deutschland macht, wenn es Russland plötzlich als Kriegspartei ansieht, da zwischenzeitlich aktiv Waffen an die Ukraine geliefert würden. In seinem Totengedenken schloss er auch den erst kürzlich verstorbenen Otto Simmerlein aus Elsenberg mit ein. Simmerlein war für den Kreisverband 15 Jahre lang als Kreisbeirat aktiv.

Anschließend zogen die Wallfahrer zum Lohranger, wo Pfarrer Michael Gehret den Gottesdienst im Freien neben der Marienkapelle zelebrierte.

Neben Staatsminister Thorsten Glauber und MdL Michael Hofmann konnten die Soldaten und Reservisten auch Landrat Hermann Ulm und Altlandrat Reinhardt Glauber sowie Bürgermeisterin Elisabeth Simmerlein in ihrer Mitte willkommen heißen. Alle Redner gingen in ihrem Grußwort auf die Wichtigkeit einer solchen Veranstaltung ein, gerade vor dem aktuellen Hintergrund der Konflikte in der Ukraine, in Israel und Nahost sowie im Chinesischen Meer. Als Mahner für den Frieden seien die Soldatenkameradschaften unersetzlich, betonten die Politiker.

Abschließend dankte Kreisvorsitzender Schäfer Pfarrer Gehret für den eindrucksvollen Gottesdienst und allen Helferinnen und Helfern, die zur Ausrichtung dieses Gedenktages beigetragen hatten. Die musikalische Begleitung der Wallfahrt und des anschließenden gemütlichen Teils wurde von den Effeltricher Musikanten übernommen.    Roland Schäfer