Es gibt kaum ein Tier, das es nicht auch als Kuscheltier gibt. Früher war es der Teddybär, der den Kindern oft in den Arm gelegt wurde. Auch Edith Lodes-Nowotny hatte einen. „Ich habe ihn heiß geliebt“, sagt sie über ihre goldfarbene Judy, wie sie ihre Bärendame nannte. Irgendwann war der Bär weg. „Meine Mutter konnte ihn nicht mehr stopfen“, sagt Lodes-Nowotny. Doch losgelassen haben die Bären die Dormitzerin nie mehr. Durch Zufall hatte sie in einem Bastelladen einen Schnitt für Teddybären gesehen, gekauft und zu Hause einen Bären genäht. Dies war der Beginn eines Hobbys, das selbst für die gelernte Schneiderin noch Herausforderungen birgt. Denn als sie Fachzeitschriften über Teddybären fand, wusste sie: Es gibt eine Sammler- und Künstlerszene, die diese Bären liebevoll fertigt.

Die Liebe zum Detail

Für Edith Lodes-Nowotny begann eine Leidenschaft. Ihre selbst entworfenen Bären sollten anders sein. Wie in alten Zeiten! Dazu brauchte sie einen bestimmten Stoff. „Ich habe versucht, Mohair zu bekommen. Das war nicht einfach“, sagt Lodes-Nowotny. Vor allem, wenn es das frühere Mohair sein sollte, das beispielsweise für Biedermeiersofas verwendet wurde. Teddys Pfoten sind aus Wildleder. Doch das sind noch die schnelleren Handarbeiten . Die Feinheiten sind im Gesicht. „Die Bärennasen sticke ich mit Garn und überziehe sie dann mit Wachs“, verrät die „Bärenmutter“. Damit erhalten die Bären einen eigenen Ausdruck und einen Hauch von „alt“.

Die Bären mit dem „Dackelblick“

Mit einer speziellen Patina schattiert die Dormitzer Künstlerin die Augen der Bären . Diese sind ihre Markenzeichen, denn ihre Bären sind die mit dem „Dackelblick“. Daran sind wohl zwei andere Vierbeiner nicht ganz unschuldig: Edith Lodes-Nowotnys beiden Dackeldamen sind das Vorbild dafür.

Dann erhält der Bär Beweglichkeit. „Die Gelenke sind aus Scheiben und Splinten gemacht“, verrät Lodes-Nowotny. Nun braucht das Fertigen eines der großen 30 bis 50 Zentimeter großen Bären schon enorme Geschicklichkeit. Doch die Dormitzerin hat eine Leidenschaft für das Kleinere und fertigt hauptsächlich Miniaturbären. „Mein kleinster ist fünf Zentimeter groß. In der Regel sind die Bären zehn bis zwölf Zentimeter groß, vollbeweglich und bekleidet“, sagt Lodes-Nowotny.

Diese Zusatzangaben sind wichtig, denn das sind die Kategorien, für die es Wettbewerbe gibt. 2004 hatte die Dormitzerin damit die Europameisterschaft in der Kategorie Miniatur, bekleidet, in derselben Kategorie den Ted Worldwide, die Teddybärenweltmeisterschaft und im Jahr 2009 den Meisterteddy beim Puppen- und Bärenfestival bei Coburg gewonnen.

Woher der Name kommt

Ihre Bären heißen nicht Teddybären, sondern „Kledi-Bären“. Wenn die „Bärenmutter“ mit ihren Unikaten an Messen teilnimmt, kümmert sich ihr Ehemann Klaus um den Transport und den Aufbau. Sein Verdienst darum sollte sich auch im Namen widerspiegeln, weshalb die ersten beiden Buchstaben seines Vornamens für den Namen der Teddys gewählt wurden. Die anderen sind vom Vornamen der Künstlerin.

Edith Lodes-Nowotny entwirft und fertigt ihre „Kledi-Bären“ bis hin zur Bekleidung. Entweder näht sie die Kleider , Pullis und Schals oder sie strickt diese. Gibt es den Stoff nicht in einer Farbe, färbt sie ihn ein. Zwischen zehn und 15 Stunden arbeitet sie an jedem „Kledi“, an den Miniaturen noch länger.

In der ganzen Welt gefragt

Natürlich sind längst Fachzeitschriften auf ihre „Kledi-Bären“ mit Dackelblick aufmerksam geworden. In jeder deutschen Fachzeitschrift wurde die Dormitzerin bereits porträtiert, auch in englischen oder amerikanischen Fachmagazinen.

Gut 2400 Bären hat die Dormitzerin inzwischen gefertigt und in die ganze Welt verschickt. Erst letzte Woche flog einer ihrer Bären zu seiner neuen Familie nach Brasilien. Auch in Neuseeland, Australien, China, Tasmanien, Japan und Amerika sind Lodes-Nowotnys Bären gefragt. Und Edith Lodes-Nowotny weiß, dass der Teddybär immer geliebt werden wird, weil man mit ihm ein Stück Kindheit bewahrt.