Erleichtert klingt Landrat Hermann Ulm ( CSU ), als er ankündigt, dass das „Offene Atelier“ am 11. und 12. September zum zwölften Mal stattfinden kann. Nachdem die landkreisweite Kulturveranstaltung 2020 ausfallen musste, hatten die Organisatoren Marion Rossa-Schuster und Oliver Helmer einen Termin im Mai angepeilt, dann einen Ende Juli, und sind jetzt froh, dass die mögliche Tour von Atelier zu Atelier nun – wenn auch mit strengem Hygienekonzept – durchgeführt werden kann. 18 Künstlerinnen und Künstler öffnen ihre Türen.

„Corona hat die Kunst- und Kulturszene hart getroffen“, betont Rossa-Schuster. Dabei ist sie ihrer Meinung nach systemrelevant, gehöre sie doch einfach zum Leben, „als Zuflucht, als Abschalten vom Alltag“. Michaela Schwarzmann nennt dazu Erstaunliches: Die Kreativbranche erzielt eine höhere Bruttowertschöpfung als die Finanzdienstleister.

Endlich mal öffnen können, sagt die Malerin Heike Flügel aus Effeltrich. Sie habe feststellen müssen, dass im winterlichen Lockdown das Interesse an Kunst gegen Null gegangen sei. Spuren in ihrer Arbeit habe die Pandemie nur sehr indirekt hinterlassen, gehören doch Bilder mit – tierischen Masken – zu ihren Sujets.

Fast wie an Adelshöfen

In die Arbeit eingetaucht ist auch Michaela Schwarzmann. Sie vergleicht die Kreisveranstaltung ein wenig mit kunstfördernden Adelshöfen, wie sich seinerzeit in München Atelier an Atelier reihte, weil die bayerischen Könige kunstsinnig waren. Eine ähnlich gute Wirkung attestiert sie dem Offenen Atelier. Es kämen viel mehr Besucher als sonst. 2019 waren es im Schnitt 100 Personen pro Künstlerwerkstatt. Den hohen Stellenwert in der Bevölkerung hebt auch Reiner Schütz, der langjährige Organisator und Gestalter der Projektbroschüre, hervor. Für die Malerin und Objektkünstlerin Kerstin Kassel, die in Betzenstein wohnt, in Oberrüsselbach ihr Atelier hat und in den letzten Jahren im Haus der Kunst in München ausstellte, zeigt sich der Landkreis so „bunt, vielseitig, kreativ und aktiv“. Sie freue sich über die Plattform, die ihre Arbeiten, die der 17 anderen Teilnehmer und der neun Gastkünstler „sichtbar machen“ – gerade in einer Zeitspanne, die viel reflektiere. Auf der organisatorischen Seite bittet sie, die Zeitfenster von 11 bis 18 Uhr geschickt zu nutzen und „nacheinander“ zu kommen.

Weitere Informationen

Nach derzeitigem Stand gilt überall die 3G-Regel ( geimpft , genesen oder getestet), in den Innenräumen herrscht Maskenpflicht. Der Atelierführer steht online zur Verfügung und kann unter www.forchheimer-kulturservice.de abgerufen werden. Er liegt im Landratsamt Forchheim und der Außenstelle Ebermannstadt, in Sparkassen-Filialien, in sozialen Einrichtungen, Gemeinden und Touristinformationen im Landkreis aus.