Zum Bericht „ Ebermannstadter Stadtrat genehmigt Photovoltaik-Freianlage bei Poxstall“ vom 22. Juli:

„Bürgernähe durch Offenheit – Demokratie – Transparenz“ sowie „Natur nützen und schützen“ waren zwei der Grundsätze der Ebermannstadter Kommunalpolitik . Doch waren dies alles nur leere Versprechungen? Denn heimlich, still und leise werden Planungen des größten Solarparks der Fränkischen Schweiz geschmiedet.

Im Stadtrat wurde bereits der Grundstein gelegt. Mit einem Ergebnis von 19:2 Stimmen wurde für die Änderung des Flächennutzungsplans gestimmt. Vorerst „nur“ 20 Hektar sollen es werden, weitere Projekte stehen bereits in den Startlöchern.

Grundsätzlich befürworte ich EEG und PV-Anlagen und trage auch persönlich einen großen Beitrag zur klimaneutralen Energiegewinnung bei. In Bezug auf Größe und Lage der geplanten Anlage werfen sich dennoch erhebliche Fragen auf. Meiner Meinung nach sollten nur Flächen in Betracht gezogen werden, welche bereits versiegelt und ungenutzt vorhanden sind. Hierfür landwirtschaftlich genutzte Flächen zu verbraten und unsere einmalige Kulturlandschaft und Naherholungsgebiete zu zerstören, halte ich für nicht angemessen. Daher kann es nicht sein, dass in Ebermannstadt riesige Discountergebäude wie zum Beispiel Rewe oder Aldi nur mit der Auflage einer Dachbegrünung genehmigt werden und im Gegenzug landwirtschaftliche Nutzflächen für einen Solarpark zerstört werden.

Wo eine PV-Anlage am sinnvollsten wäre und der Endverbraucher direkt darunterliegt, wurde eine Dachbegrünung zur Auflage gemacht. In meinen Augen wurde hier eindeutig das Ziel verfehlt.

Auch als Jäger stellt man sich die Frage: Ist eine Jagd in Neuses-Poxstall noch nachhaltig möglich? Bei Unterschreiten der 250-Hektar-Grenze ist eine Jagdverpachtung nicht mehr zulässig. Auch die jagdlichen Möglichkeiten werden durch den Bau dieser Anlage massiv eingeschränkt. Eine Bejagung im Randgebiet dieser PV-Anlage ist aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich. Somit ist der Verlust der jagdlichen Fläche um ein Vielfaches höher als der eigentliche Solarpark und als ein massiver Eingriff in den Lebensraum unseres heimischen Wildes zu betrachten.

Mir ist bewusst, dass die Angebote der Investoren für die betroffenen Landwirte hochinteressant sind. Es stellt sich aber immer die Frage der ökologischen und ökonomischen Gesamtbewertung. Die Bevölkerung wächst, die landwirtschaftlichen Flächen schrumpfen. Nahrungsmittel müssen immer mehr vom Ausland bezogen werden, da die Landwirte unter derartigen Auflagen einen Betrieb nur schwer aufrechterhalten können. Wo ist hier die Nachhaltigkeit und Förderung unserer regionalen Kleinbetriebe geblieben?

Und ja, ein Teil dieser Flächen wird bereits für die Energieerzeugung durch die Erzeugung von Biomasse genutzt. Aber auch dies ist ein eigenerzeugtes politisches Problem durch Subventionen von Biogasanlagen, was nun als Argument für einen Solarpark genutzt wird. Ich sehe dies als ein Versagen unserer Politik an. Was jahrzehntelang verschlafen wurde, soll nun auf Biegen und Brechen und auf Kosten unserer einzigartigen Kulturlandschaft errungen werden.

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, sehr geehrte Stadträte , ein Appell an die Vernunft : Nutzen Sie die bestehenden Dachflächen von öffentlichen Gebäuden , Schulen, Vereinshallen, Geschäften und Privathäusern durch kreative Konzepte, bevor hier unnötig in die Natur eingegriffen wird! Machen Sie eine Nutzung dieser Flächen attraktiv! Auch dies ist eine Art der Innenortverdichtung, welche seit Jahren in Ebermannstadt von der Kommunalpolitik gefordert wird.

Patrick Bernard

Ebermannstadt