Seit Beginn der Legislaturperiode arbeiten die drei Trubachtalgemeinden Obertrubach, Egloffstein und Pretzfeld enger in Sachen Tourismus und Vermarktung zusammen. Erstes größeres Projekt war die Erstellung eines gemeinsamen Imageprospekts mit Gastgeberverzeichnis und einen neuem Logo.

Das Markenzeichen zeigt den blau-grünen Schriftzug "Trubachtal" mit einer strahlenden Sonne und dem symbolisierten Bachverlauf der Trubach. Den zwölfseitigen Hochglanzprospekt im DIN-A4-Format stellten nun die drei Bürgermeister Steffen Lipfert (FW, Pretzfeld), Stefan Förtsch ( CSU /FWA, Egloffstein ) und Markus Grüner ( CSU , Obertrubach) zusammen mit dem Vorsitzenden des Tourismusvereins Egloffstein , Michael Wirth, Egloffsteins Tourismusleiterin Christine Trautner und dem Prospektmacher Frank Schneider vom gleichnamigen Hausener Kreativbüro in Egloffstein vor.

Urlauber und Ausflügler

DerProspekt lebt vor allem von Bildern, die Lust auf Urlaub oder einen Ausflug in das Trubachtal machen sollen. Wichtig für Schneider sei es gewesen, die landschaftliche Schönheit des Trubachtals in allen Jahreszeiten darzustellen und reizvolle Ecken abzubilden. Von der Quelle in Obertrubach bis zur Mündung in die Wiesent zeigt der Prospekt eine herrliche Landschaft, die Lust darauf machen soll, zu wandern, Rad zu fahren oder zu klettern. Auch kulinarische Genüsse wie typisch fränkische Spezialitäten und die Brauereien und Brennereien kommen nicht zu kurz.

Brennereien und Brauereien

Gerade mit Brennereien und Brauereien sei man im Trubachtal sehr gut aufgestellt, betont Pretzfelds Bürgermeister Lipfert. Höhepunkte sind der Wildpark Hundshaupten als meistbesuchte Einrichtung und die Kirschblütenzeit im großen Anbaugebiet.

Mit gut 500 Kilometern ausgeschilderten Wanderwegen ist das Trubachtal ein Wanderparadies. Bald soll es aber auch ein Mountainbikeparadies sein. Denn im Rahmen der Integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) "A 9 - Fränkische Schweiz" werden aktuell zwischen den vier Bahnhöfen der Fränkischen Schweiz - Pegnitz, Gräfenberg, Ebermannstadt und Neuhaus an der Pegnitz - 250 Kilometer Mountainbikestrecken ausgeschildert. Ziemlich zentral liegt das Trubachtal, in dem gerade auch Mountainbike-Rundkurse mit 20 bis 25 Kilometern Länge ausgeschildert werden, wie Obertrubachs Bürgermeister Markus Grüner informierte.

Ein Schwerpunkt ist auch das Klettern . Das Besondere für Egloffsteins Bürgermeister Stefan Förtsch ist in dem Imageprospekt, dass man über die Verwaltungsgrenzen hinausschaue und die drei Trubachtalgemeinden als eine touristische Einheit wahrnehme "Denn den Gast interessieren Gemeindegrenzen nicht", sagt Förtsch. Das Kapital der Trubachtalgemeinden liege in der reizvollen Landschaft mit seinen grünen Tälern.

Freibad Egloffstein bleibt zu

Ziemlich in der Mitte liegt allerdings das sanierungsbedürftige Freibad Egglofstein. Dieses Jahr wird das Bad definitiv nicht offen haben. Dies liegt laut Förtsch nicht etwa an Corona, sondern vor allem an der maroden Technik. Zwei Millionen Euro soll die Badsanierung kosten, für die zusammen mit den Freibädern in Gräfenberg und Streitberg schon Förderanträge beim Bund gestellt wurden. Über diese Anträge soll demnächst in Berlin entschieden werden. Förtsch hofft auf einen 90-prozentigen Sanierungszuschuss durch den Bund. "Wenn es nur 45 Prozent werden, müssen wir abspecken und unsere Planung überdenken", meint Förtsch. Dass es eine Förderung durch den Bund gibt, gilt aber als sicher. Jedenfalls muss die Badsanierung dann in den nächsten drei Jahren abgeschlossen sein.

Während Egloffstein dann wieder mit seinem Freibad oder seinen einzigartigen Felsenkellern punkten soll, gilt Pretzfeld als Zentrum der Obstverwertung und hat den Kellerwald mit dem weithin bekannten Kirschenfest - wenn es denn wieder stattfinden kann. Und Obertrubach tut sich als Kletterzen­trum der Fränkischen Schweiz mit seinen einzigartigen Felsformationen hervor. In allen drei Gemeinden gibt es inzwischen mehrere Ladesäulen für E-Autos, und die erste Stromtankstelle Bayerns wurde im Trubachtal schon 1991 eröffnet.

Der neue Prospekt soll nun in den nächsten Jahre immer nachgedruckt werden, das Gastgeberverzeichnis muss jedes Jahr aktualisiert werden. Rund 50 Vermieter von Gästezimmern finden sich darin und zehn weitere Betriebe. Führend bei den Gästebetten ist Obertrubach mit rund 60 000 Übernachtungen jährlich. Allerdings war dies der Stand vor Corona-Zeiten, erläutert Bürgermeister Grüner. Egloffstein hatte vor Corona rund 40 000 Übernachtungen, informierte Michael Wirth. Pretzfeld hingegen lebt mehr vom Ausflugstourismus und seiner Bedeutung als "Kirschenmetropole".

Auch in Sachen Internet arbeiten die drei Gemeinden mit einer gemeinsamen touristischen Seite inzwischen eng zusammen.