Ein mittelständischer Betrieb braucht eine gute Firmenstruktur. Das gilt auch für die Lebenshilfe , die als Verein von betroffenen Eltern gegründet wurde. Heute beschäftigt sie 220 Mitarbeiter im überwiegend pädagogischen Bereich und in der Lebenshilfe-Werkstatt 300 Mitarbeiter . So betrachtet ist sie der sechstgrößte Mittelständler im Landkreis Forchheim . Um der Verantwortung Rechnung zu tragen, hat sie ihre Satzung geändert, auch wenn die Namen der Verantwortlichen gleichgeblieben sind.

Der Lebenshilfeverein hat als Vorsitzenden Wolfgang Badura, der bislang schon Geschäftsführer der Lebenshilfe Werkstatt GmbH ist. Nun heißt seine Arbeitsbeschreibung „geschäftsführender Vorstand“. Das wurde inzwischen beim Registergericht eingetragen. „Unsere Seele sind die Eltern“, betonte Badura bei der Vorstellung der Statusänderung.

Und ein neuer Begriff taucht auf: Menschen mit Unterstützungsbedarf. War die Aufgabe ursprünglich, geistig behinderte Menschen zu fördern, hat sich das beispielsweise auch auf Psychischkranke ausgeweitet und umfasst inkludierende Einrichtungen wie die Kita (35 Kinder ) oder voraussichtlich die Grundschule (90 Kinder ), die für rund 15 Millionen Euro neu gebaut werden soll. Landrat Hermann Ulm ( CSU ), der den Vorsitz im ehrenamtlichen Aufsichtsrat innehat, dankte Badura für den „Riesenprozess der Umgestaltung“. „Ein Topmann“, lobte auch Wirtschaftsförderer Andreas Rösch in seiner Eigenschaft als Aufsichtsrat.

Zur Umstrukturierung gehört eine neue Leitungsebene: Werkstattleiter ist Thomas Bätz, pädagogische Betreuerin Ronja Bartsch. Die Verwaltungsleitung hat Michael Burkard und verantwortlich für den Jugendbereich ist Daniel Ruckert.

Ging es vor gut 40 Jahren um die Förderung von Kindern mit Handicap, hat sich das Alter der Betreuten weit nach hinten geschoben. Integrationsbetriebe sind dazu gekommen; als jüngster das Ladencafé „Mittendrin“ gegenüber vom Katharinenspital. Wenn das historische Gebäude renoviert ist, will die Lebenshilfe dort auch einen Mittagsstisch anbieten.

Inklusive Wohnmöglichkeiten werden forciert. 35 Leute, die individuell wohnen, werden von den Sozialpädagoginnen betreut. Für ein Wohnprojekt für Schwerstbehinderte in Ebermannstadt hat der Testlauf mit drei Personen gerade stattgefunden; zwölf sollen es werden, denen dann auch eine Nachtwache zur Verfügung steht.