Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek ( CSU ) will den Ausbau der Krankenhausversorgung in ländlichen Regionen vorantreiben. Er betonte am Donnerstag anlässlich des Spatenstichs für den Erweiterungsbau des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz: „Wir machen unsere Kliniken fit für die Zukunft. Das erfordert kontinuierlich Investitionen in Gebäude und Ausstattung.“

Der Spatenstich für den Erweiterungsbau am Standort Forchheim bildet den Auftakt für die strategische Neuausrichtung der Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH, die aus dem Zusammenschluss der beiden Häuser hervorgegangen ist. Mit der Erweiterung der

Intensivstation und Notaufnahme und der Bereitstellung von Räumlichkeiten für die Kardiologie werden die Leistungen der beiden fusionierten Häuser fokussiert und spezialisiert. Die Notfall- und Intensivfälle werden in Forchheim gebündelt.

Medizinisches Konzept

Sven Oelkers, Geschäftsführer der Klinikum-Gesellschaft, erläuterte: „Mit dem Erweiterungsbau setzen wir das medizinische Konzept der Fusion um.

Aber die Welt bleibt nicht stehen. Durch immer neue Vorgaben, die berücksichtigt werden

müssen, entwickeln wir entsprechend die medizinischen Strukturen weiter.“ Das medizinische Konzept sieht vor, dass die interventionelle Kardiologie von Ebermannstadt nach Forchheim verlagert wird, wo auch die Schlaganfallversorgung und komplexe Gastroenterologie zentralisiert werden. Intensivbeatmungsfälle werden nach der Erweiterung in Forchheim behandelt. In Ebermannstadt wird das gesamte Spektrum der akuten und rehabilitativen Geriatrie und die Psychosomatik den Schwerpunkt bilden. Ergänzt wird das Spektrum durch das Pflegezentrum mit seinem stationären und ambulanten Leistungsangebot.

Der OB freut sich

Oberbürgermeister Uwe Kirschstein ( SPD ), Aufsichtsratsvorsitzender der Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH, sagte: „Klasse, dass durch die bauliche Vergrößerung die neuesten und modernsten Behandlungsmethoden für unsere Bürger zur Verfügung stehen! Mit rund 1000 Mitarbeitern spielt das Klinikum auch als einer der größten Arbeitgeber für die Stadt Forchheim eine gewichtige Rolle.“ Der Forchheimer Landrat Hermann Ulm ( CSU ), Aufsichtsratsmitglied der Klinikum-Gesellschaft, unterstrich: „Der Erweiterungsbau am Standort Forchheim sichert uns die Notfallversorgung für den gesamten Landkreis Forchheim .“

Als Lehrkrankenhaus

Der Minister fügte hinzu: „Mit der Erweiterung des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz gelingt ein entscheidender Schritt zur Verbesserung der Krankenhausstrukturen im Landkreis. Als Lehrkrankenhaus und mit der angegliederten Berufsfachschule für Pflege ist das Klinikum wichtig für die hochwertige und leistungsfähige Versorgung der Menschen in der Region.“

Durch den Erweiterungsbau des Klinikums Forchheim sollen Flächen für die Fachabteilung Kardiologie , die kardiologische Funktionsdiagnostik und das neue Herzkatheterlabor geschaffen werden. Auch die Intensivstation wird von acht auf zehn Intensivbetten vergrößert und um fünf weitere Inter­mediate-Care-Betten ergänzt.

Notaufnahme wird verbessert

Die Maßnahme wird gleichzeitig genutzt, um die Notaufnahme und die Sterilisation an die gestiegenen Anforderungen anzupassen und strukturelle Verbesserungen insbesondere in der Endoskopie vorzunehmen. Holetschek erläuterte: „Wir haben die Maßnahme schon im ersten Jahr der Antragstellung direkt im Jahreskrankenhausbauprogramm 2020 eingeplant und fördern den Ausbau mit rund 22 Millionen Euro. Die Fördersumme soll dabei anteilig auch aus dem Krankenhausstrukturfonds kommen. Das ist gut investiertes Geld, das unmittelbar der Versorgung der Menschen zugutekommt.“ Der Minister unterstrich: „Bayern fördert den Ausbau seiner Krankenhausversorgung so umfangreich und nachhaltig wie kaum ein anderes Land. Aktuell sind in Bayern Krankenhausbauprojekte mit einem Gesamtvolumen von über drei Milliarden Euro zur Finanzierung vorgesehen. Damit nimmt der Freistaat im Ländervergleich eine Spitzenposition ein. Bereits 2018 haben wir den jährlichen Krankenhausförderetat um 140 Millionen Euro auf 643 Millionen Euro aufgestockt. Zusammen mit den Kommunen als Finanzierungspartner investieren wir erfolgreich in die Zukunft.“

Eine Daueraufgabe

Holetschek ergänzte: „Der Ausbau und die Verbesserung unserer medizinischen Versorgung in der Stadt und im ländlichen Raum ist eine Daueraufgabe. Seit Beginn der staatlichen Krankenhausförderung im Jahr 1972 haben wir bereits rund 24 Milliarden Euro für Investitionen in Krankenhäuser aufgebracht. Das zeigt, welchen Stellenwert die Krankenhausversorgung in Bayern für die Staatsregierung hat.“ red

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