Einstimmig und ohne Diskussion segnete der Gemeinderat Kirchehrenbach den Haushaltsplan 2021 und den Finanzplan für die Folgejahre ab. "Wir haben die Schulden sehr gut abgebaut und finanzieren die Schulsanierung aus dem Haushalt", sagte Bürgermeisterin Anja Gebhardt ( SPD ) zum Planwerk, das Kämmerer Fabian Taschner erläuterte.

Corona-bedingt wisse man aber nicht, wie das ganze Jahr noch verlaufen werde, sagte die Rathauschefin. Die Gemeinde kann wegen des Überschusses im letzten Jahr in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro in diesem Jahr gut wirtschaften. Im Verwaltungshaushalt hatte man 925 000 Euro mehr eingenommen.

Die rund 4,5 Millionen Euro an Überschuss aus dem Vermögenshaushalt resultieren aus dem Verzicht der Bildung von Haushaltsresten und im letzten Jahr nicht realisierten Maßnahmen. Die Rücklage betrug zum Jahresanfang rund 5,5 Millionen Euro. Aus dieser werden heuer rund 1,7 Millionen Euro entnommen, um den Etat ausgleichen zu können.

Kredit für das Feuerwehrhaus wird getilgt

Der Kredit für das Feuerwehrhaus kann nach Ablauf der Zinsbindung in diesem Jahr komplett getilgt werden. Diese Sondertilgung beläuft sich auf 316 000 Euro.

Für die Sanierung der Mittelschule werden 555 000 Euro aus der Sonderrücklage entnommen. Mit rund 2,4 Millionen Euro in diesem Jahr und weiteren zwei Millionen Euro im nächsten Jahr ist die Schulsanierung auch die aktuell teuerste Maßnahme. Die Gesamtkosten der Schulsanierung wurden 2018 auf rund 5,2 Millionen Euro geschätzt, ohne den Abriss des Grundschulgebäudes und die Sanierung der Außenanlagen. Die Gesamtkosten der Schulsanierung werden abzüglich der Zuschüsse in Höhe von 55 Prozent über einen Zeitraum von zehn Jahren an den Schulverband weiterverrechnet und über eine Investitionsumlage von den Mitgliedsgemeinden erhoben.

Turnhallenbau

In den Folgejahren ergibt sich auch noch ein erheblicher Investitionsbedarf für den Bereich der beiden Turnhallen in Höhe von rund sechs Millionen Euro. Für den Bau einer neuen Sporthalle gibt es zwar rund eine Million Euro an Zuschüssen, aber rund fünf Millionen Euro müssen aus dem Haushalt noch finanziert werden. Dies ist nur durch das Aufbrauchen der Rücklage möglich. Heuer sind für die neue Turnhalle 25 000 Euro als Planungskosten vorgesehen. Baubeginn soll nächstes Jahr sein und Fertigstellung 2023.

Der Schuldenstand

Zum Jahresanfang hatte die Gemeinde noch 534 300 Euro Schulden. Durch die Tilgung des Kredits für das Feuerwehrhaus und die planmäßige Tilgung in Höhe von 28 816 Euro sollen sich diese bis zum Jahresende auf 189 708 Euro verringern.

An Schlüsselzuweisungen vom Freistaat kommen heuer rund 2,7 Millionen Euro herein, 223 600 Euro weniger als im Vorjahr. Auch die Einkommens- und Umsatzsteuerbeteiligung sinkt um 120 000 Euro. Mehreinnahmen in Höhe von 105 000 Euro sind wegen der Erhöhung der Wassergebühren zu erwarten.

Für den Verwaltungshaushalt erwartet Taschner heuer insgesamt 60 400 Euro an Mehreinnahmen. Die Personalkosten überschreiten erstmals die Millionengrenze. Die Sachkosten verringern sich um 81 200 Euro, was vor allem dem Ausfall des Walberla-Festes und voraussichtlich auch wieder der Kerwa zu verdanken ist.

Die Zinsausgaben sinken von 7500 Euro auf 2500 Euro. Für 2023 sollen die Darlehnszinsen sogar auf unter 100 Euro sinken. Kirchehrenbach muss auch an den Landkreis Forchheim 24 700 Euro weniger abführen. An den Kreis muss aber noch immer etwas mehr als eine Million Euro überwiesen werden. Die Umlage für die Verwaltungsgemeinschaft (VG) hingegen bleibt konstant bei 247 400 Euro.

Bastian Holzschuh ( CSU ) verwies auf das Defizit bei der Mittagsbetreuung, weil das Angebot wegen Corona kaum mehr genutzt werde. Er schlug vor, bei der Caritas nachzufragen, wie das Defizit verringert werden könne. Außerdem sollte man sich überlegen, in welcher Reihenfolge man Gemeindestraßen saniere. Dafür stehen 200 000 Euro im Plan.

Vor der Haushaltsverabschiedung vereidigte Bürgermeisterin Gebhardt den neuen Feldgeschworenen Johann Gebhardt. Er rückt für den verstorbenen Günther Dresel in das Gremium der Feldgeschworenen nach.